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Wetterkapriolen: Wenn das Gras auch im Winter wächst

Wetterkapriolen: Wenn das Gras auch im Winter wächst

Golfplatzpfleger Gunnar Klewer hat mit dem Rasen zurzeit ungewöhnlich viel zu tun. Jetzt kommen noch Orkanschäden dazu.

Schee. "Der Winter ist normal eine ruhige Zeit. Da haben wir Zeit, unseren Maschinenpark zu pflegen oder können ein bisschen Urlaub machen." Für Gunnar Klewer, Head-Greenkeeper (Obergärtner) auf den Golfanlagen Felderbach und Juliana sieht das momentan etwas anders aus. Dem 44-Jährigen und seinem 15 Mann-Team obliegt die Pflege der drei Golfplätze von Mollenkotten bis ins Felderbachtal. Und was im Sommer ein echter Full-Time-Job ist, stellt sich derzeit ähnlich dar.
"Erst bei Temperaturen unter sechs Grad hört das Gras auf zu wachsen", klärt Klewer auf. Angesichts nur eines echten Frosttags bisher heißt das: Der Mäher kann nicht im Schuppen bleiben. Natürlich wachse der Rasen nicht so schnell wie im Sommer, aber zumindest der Vier-Millimeter-Rasenteppich an den Grüns muss regelmäßig geschnitten werden.

Pilzerkrankungen durch Wärme und und nun noch umgestürzte Bäume
Diese Greens machen Klewer auch aus einem anderen Grund Kopfzerbrechen. Gelbe Flecken stören nicht nur optisch das satte Grün: Schneeschimmel. Die Pilzerkrankung ist durch die feucht-warme Witterung der vergangenen Wochen aufgetaucht.
Das spielt allerdings seit vergangener Woche für Klewer und sein Team nur die zweite Geige. In die Hauptrolle schlüpfte auch dort Orkan "Kyrill", der für große Schäden sorgte. Frisch gepflanzte Bäume, 50 Jahre alte Pappeln und 150 Jahre alte Eichen hat es erwischt. "An einer Stelle gleich 30 Bäume auf einen Streich", so Klewer. "Die meisten Bäume entwurzelt, weil sie keinen Halt mehr im durchgeweichten Boden hatten. Pflanzen, die wir über Jahrzehnte gepflegt haben. Das tut einem leid", sagt der Greenkeeper, der sich momentan eher als Forstwirt fühlt.
"An solch einen Sturm kann ich mich nicht erinnern", sagt Klewer, ein Kerl wie ein Baum, wettergebräunt und mit der Hoffnung auf "Väterchen Frost". "Wir brauchen nicht unbedingt Schnee und minus 20 Grad, aber zwei Wochen Kälte wären sehr gut, weil dann das Pilzwachstum von sich aus gestoppt würde", sagt der gelernte Landwirt und staatlich geprüfte Greenkeeper. Insofern kommt die derzeit angesagte Kälte gelegen.

Zwei weitere Mitarbeiter für die Platzpflege gesucht
Ob milder Winter wie in diesem Jahr oder Schnee bis in den Mai und anschließende Trockenheit wie im vergangenen das Wetter macht die Pflege der Anlagen immer aufwändiger. Deshalb sucht man ab April zwei weitere Platzarbeiter in Festanstellung. . Interessenten können sich bei Gunnar Klewer unter Telefon 0171-3379842 melden. Erfahrung in einem grünen Beruf sei zwar von Vorteil, aber nicht zwingend.