Rhein-Kreis Neuss: AOK Rheinland/Hamburg stellt Gesundheitsreport 2019 vor

Gesundheit im Rhein-Kreis Neuss : Gesundheitsreport: Zu geringe Nutzung der Hebammendienste

Die AOK hat im Kreis die Daten ihrer Versicherten ausgewertet.

Wie können mehr Frauen nach der Geburt von Hebammen betreut werden? Wie gelingt es, dass mehr Jugendliche an der J1 teilnehmen? Und wie, dass mehr Männer es zumindest einmal pro Jahr schaffen, einen Zahnarzt aufzusuchen? Das sind nur wenige Fragen, die sich Regionaldirektorin Marion Schröder nach der Durchsicht des jährlichen Gesundheitsreports der AOK Rheinland/Hamburg stellt. Der zeigt auf, wo welche Angebote von den Versicherten wahrgenommen werden und somit auch, wo noch dringender Handlungsbedarf besteht. Anhand des gewaltigen Zahlenmaterials lässt sich auch erkennen, in welchen Orten es besser läuft als im Rhein-Kreis. „Und da müssen wir uns fragen, ob wir nicht von Modellen in anderen Regionen profitieren können“, sagt Schröder, die den Report mit Zahlen von 2017 gemeinsam mit Doris Balster, Fachberaterin Prävention, und Volquart Stoy vom Bereich Gesundheitsökonomie der Krankenkasse vorstellte.

Im Mittelpunkt stand die Kinder- und Jugend- sowie die Zahngesundheit. Zugrunde liegen Daten von 130 000 AOK-Versicherten (65 000 Mitglieder) im Rhein-Kreis Neuss. Deutlich ist, dass die Impfbereitschaft im Rhein-Kreis recht groß ist. Mit einer Quote von 98,1 bei der ersten und 95,6 Prozent bei der zweiten Masernimpfung steht der Rhein-Kreis ziemlich weit oben (Platz fünf und Platz zwei von 28).

Die Quote der Teilnehmer an der Jugenduntersuchung ist zu gering

Auch was die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern angeht, werden die bis zur U7a noch sehr regelmäßig wahrgenommen (96,4 Prozent). Das Engagement schwächt aber ab, je älter die Kinder werden. So liegt die Quote bei der Jugenduntersuchung J1 nur noch bei 41,8 Prozent, in Mettmann dagegen bei 72,3 Prozent, was die Frage aufwerfe, so Schröder: „Wie bekommen die das hin? Ein Thema, das Schröder sehr am Herzen liegt, ist die Versorgung jünger Mütter mit Hebammen. 87 sind im Rhein-Kreis ambulant tätig. Nur 44,7 Prozent, also weniger als die Hälfte der bei der AOK-Versicherten, wurden 2016 nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter betreut. „Da besteht dringend Handlungsbedarf“, sagt Schröder. Ihre Idee: eine App, ähnlich der Heimfinder-App des Rhein-Kreises, die unkompliziert Hebammen aufzeigt, die noch Kapazitäten frei haben.

Die „Mundgesundheitsuntersuchung“ scheint auch nicht zu den beliebtesten zu gehören. Nur jeder zweite der immerhin 130 000 Versicherten im Rhein-Kreis nahm sie 2017 wahr, und Männer viel seltener als Frauen.

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