Sven F. beteuert im Prozess seine Unschuld

Sven F. beteuert im Prozess seine Unschuld

Der Angeklagte bekräftigte, dass seine Frau am Tod des elfjährigen Jörg Schuld sei.

Neuss. Die Essenz des siebten Prozesstags um den Neusser Sven F., der laut der Staatsanwaltschaft Düsseldorf seinen Neffen Jörg (11) getötet haben soll: Dieses Mal gab es kein erneutes Umschwenken des Angeklagten vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Neusser blieb am Mittwoch bei seiner Version vom vorangegangenen Prozesstag, dass seine Ehefrau dem Jungen die tödlichen Verletzungen zugefügt haben soll. Zum Auftakt des Verfahrens hatte der Angeklagte noch von seiner Pflichtverteidigerin Dagmar Loosen eine Einlassung verlesen lassen, in der er gestand, für die schweren Verletzungen des Jungen verantwortlich zu sein.

„Ich will endlich nur Klarheit darüber, wer meinen Sohn umgebracht hat“, sagte Jörgs Mutter Natascha Funke gestern.

Am siebten Prozesstag vertiefte Sven F. seine Version, wie er jenen 5. Oktober erlebt haben will, an dem der Junge reanimiert werden musste. Er habe mit Kopfhörern im Wohnzimmer gesessen und nicht mitbekommen, was in der Wohnung geschah, sagte Sven F. Irgendwann sei seine Frau zu ihm gekommen und habe gesagt, die Badezimmertür klemme und Jörg sei darin. Wenig später habe er den bewusstlosen Jungen aus der Badewanne geborgen und Verletzungen an seinem Körper bemerkt. Später habe ihm seine Frau angedeutet, „dass etwas passiert“ sei. Tage zuvor habe ihm bereits sein ältester Sohn erzählt, dass der Neffe mehrfach von seiner Frau geschlagen worden sei. Der Neffe habe dies ihm gegenüber auch selbst angedeutet.

Er habe seiner Frau nach der Tat dennoch versprochen, die Schuld auf sich zu nehmen, so Sven F. Schließlich habe er Erfahrung mit dem Gefängnisleben. Zu diesem Zeitpunkt sei er aber noch davon ausgegangen, dass der Elfjährige überlebe und es um ein Verfahren wegen Körperverletzung gehen werde. Der Elfjährige starb am 17. Oktober in der Düsseldorfer Uniklinik. Der Onkel ist wegen Mordes angeklagt.

In den Befragungen gab der Angeklagte zudem Einschätzungen zu seinen eigenen Charakterzügen. „Ich boxe mich gerne“, gab der 41-Jährige zu. Dies mache er jedoch ausschließlich mit erwachsenen Männern. „Wenn es um Gewalt gegen Kinder oder Frauen geht, dann flippe ich aus“, sagte der Weckhovener, der mehrmals betonte, sich in manchen Momenten nicht unter Kontrolle zu haben: „Ich bin schnell auf die Palme zu bringen.“ Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. jasi