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Special Olympics: Sechs Medaillen für Neusser Athleten

Special Olympics: Sechs Medaillen für Neusser Athleten

Tischtennisspieler Dirk Fink holte in Athen dreimal Gold. Sportler aus 180 Ländern nahmen teil.

Neuss. Drei Goldmedaillen hängen um Dirk Finks Hals. „Ich weiß gar nicht, wie ich das geschafft habe“, sagt der 43-jährige Tischtennisspieler mit geistigem Handicap nach seiner Rückkehr von den Special Olympics in Athen.

„Ich bin das erste Mal mit einem Flugzeug geflogen. Am Anfang habe ich nur aus dem Fenster geschaut. Dann bin ich eingeschlafen“, sagt er. Zusammen mit drei Neusser Athleten und zwei Trainern reiste Fink am 20. Juni nach Griechenland. Auf Korfu bereitete sich die deutsche Delegation — bestehend aus 167 Sportlern und 59 Trainern — auf die Spiele vor. Fünf Tage später stieg im Athener Panathinaikon-Stadion die große Eröffnungsfeier.

„Wenn 10 000 Menschen aus fast 180 Ländern zusammenkommen, läuft es einem kalt den Rücken herunter“, sagt der Neusser Tischtennistrainer Thomas Gindra, der zum vierten Mal an der Olympiade teilnahm. „Für unsere Athleten war es ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden.“ Und das galt auch sportlich.

Neben Fink, der im Einzel, Doppel und in der Mannschaft siegte, gewann Madelene Eifert, Tennisspielerin vom NTC Neuss Stadtwald, Gold im Einzel, im Doppel holte sie Silber. Boris Becker, der sonst für den TC Grün Weiß über den Platz fegt, erkämpfte sich im Einzel die Bronzemedaille.

„Die Vereinstrainer haben die Spieler in Neuss so gut vorbereitet, dass wir in Griechenland kaum noch etwas machen mussten“, sagt Tennistrainer Hermann Müller.

Lediglich Thomas Peschkes landete nicht auf dem Treppchen. Der Tennisspieler vom TC Grün Weiß unterlag im Spiel um Bronze knapp im Tie-Break. „Ich habe gekämpft wie ein Löwe und bin trotzdem stolz“, sagt er.

Die Ergebnisse sind laut Gindra sowieso zweitrangig: „Hier ist das Dabeisein wirklich alles. Die Sportler entwickeln sich vor allem persönlich weiter.“ Das gilt auch für Dirk Fink, der jedoch zugibt, seinen Siegesdurst noch lange nicht gestillt zu haben: „Bei der nächsten Olympiade will ich wieder Gold holen.“