Keine Security für das Flüchtlingsheim

Keine Security für das Flüchtlingsheim

Sozialdezernent sieht keinen Bedarf.

Neuss. Die Migrantenvertreter und Sozialpolitiker aller Fraktionen informieren sich Montag im Asylbewerberheim an der Bergheimer Straße über die Unterbringung und Betreuung der etwa 130 dort lebenden Menschen aus zehn Nationen. Sicherheitsleute, die in der Vorwoche durch gewalttätige Übergriffe gegenüber Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Schlagzeilen machten, werden sie dabei nicht treffen. „Die Notwendigkeit, einen Sicherheitsdienst zu beschäftigen, hat sich noch nie ergeben“, erklärt Sozialdezernent Stefan Hahn, der Montag mit Heimleiter Jürgen Hages durch die Einrichtung führen wird.

In dem Haus an der Bergheimer Straße würden sich auch nicht rund um die Uhr städtische Mitarbeiter aufhalten, sagt Hahn. Allerdings hätten die städtischen Sozialarbeiter und Migrantenvertreter einen Bereitschaftsdienst etabliert, den die Menschen jederzeit erreichen könnten.

Dass in dem städtischen Haus — anders als in der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle im ehemaligen Alexianer-Krankenhaus — andere Standards gelten, kann Hahn mit mehreren Unterschieden erklären. „Die Fluktuation ist nicht so hoch“, sagt er. „Man kennt sich.“

Hinzu kommt, dass die Stadt auf Reibereien zwischen einzelnen Ethnien, Familien oder Personen mit Trennung der Streithähne reagieren kann. Dazu stehen überall in der Stadt angemietete Wohnungen zur Verfügung. Ohnehin sei ein großer Teil der Flüchtlinge in Wohnungen und nicht in dem Übergangswohnheim untergebracht. Dort könnten sie sich auch selbst versorgen.

Im „Alex“ aber macht ein Sicherheitsdienst Sinn, meint Dr. Hermann-Josef Verfürth. Der Arzt, der dort regelmäßig in der Einrichtung Sprechstunde anbietet, erlebte schon zwei, wie er sagt, brenzlige Situationen, in denen er froh war, Hilfe rufen zu können. -nau

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