Insekten als echte Leckerchen

Insekten als echte Leckerchen

Der 24-jährige Kaarster Felix Bierholz hat eine Hundekost auf den Markt gebracht, die den Vierbeinern schmeckt und dazu auch noch die Umwelt schont.

Kaarst. „Das Hundefutter der Zukunft kommt aus Kaarst“, ist sich Felix Bierholz sicher. Und der 24-Jährige steht mit dieser Meinung nicht allein da: Der Existenzgründer hat nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bochum eine Geschäftsidee entwickelt, die ihm ein Stipendium eingebracht hat inklusive eines Büros in Bochum. Der Ur-Kaarster, der im Gegensatz zu seinem Vater Christoph und seinem Onkel Thomas, die als Architekten arbeiten, nie daran gedacht, in deren Fußstapfen zu treten, verkauft seit einigen Monaten ein Hundefutter, das dem Vierbeiner bekommt und schmeckt — und die Umwelt schont. Das Besondere daran ist der Insektenanteil von 30 Prozent.

Felix Bierholz, Gründer

„Die Vereinten Nationen haben bereits 2013 einen Bericht veröffentlicht, in dem sie darauf hinweisen, dass Insekten für Menschen eine gute Proteinquelle sind und dass so die Umwelt geschont wird“, sagt Felix Bierholz. Er wirbt in einem Flyer damit, dass der Umwelt mit jeder Fütterung ein Wasserverbrauch im Umfang von sieben Badewannen-Füllungen erspart bleibt. Und er weiß, dass sein Futter gesünder für die Vierbeiner ist als das, was derzeit so gefüttert wird. Einige Gründe: Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege, die eigens in Farmen gezüchtet werden, haben einen besonders hohen Proteingehalt und ein Nährstoffprofil, das sich sehr gut für Hunde eignet. Außerdem enthält dieses Futter keinerlei Rückstände von Antibiotika.

Das ist beispielsweise bei Rindfleisch in der Regel ganz anders. Hinzu kommt, dass die Aufzucht von Rindern mit wesentlich größerem Futter- und Wasserverbrauch verbunden ist. Bedenklich findet Felix Bierholz auch, dass zunehmend das Fleisch von Tieren wie Kängurus, Wasserbüffeln und sogar Krokodilen zu Hundefutter verarbeitet wird, nur weil diese Kreaturen nie mit Antibiotika in Berührung gekommen sind. Sein Futter enthalte außer dem 30-prozentigen Insektenanteil kein Fleisch, sagt er. Zu den weiteren Zutaten gehören unter anderem Süßkartoffeln, Leinsamen und Salbei.

Der Jungunternehmer hat sich die Insektenfarmen genau angeschaut und war auch in dem Betrieb, in dem das Futter produziert wird. Er freut sich darüber, dass noch kein einziger Kunde ein negatives Urteil gefällt hat. „Meine Kunden kommen aus ganz Deutschland, von Flensburg bis zum Bodensee. Und viele haben schon zum wiederholten Mal bei mir bestellt“, freut sich Bierholz.

Sein Futter gibt es derzeit in einer einzigen Zusammensetzung sowie in zwei Verpackungsgrößen: die Probierpackung mit 800 Gramm und die Normalpackung mit fünf Kilogramm. „Mit diesen fünf Kilo kommt ein kleiner Hund rund einen Monat aus“, verspricht der Jungunternehmer, der weiß, dass viele herkömmliche Hundefutter etwas billiger sind — aber auch nicht über die spezifischen Vorteile verfügen.

Die Angebotspalette soll bald erweitert werden: „Ich könnte mir Futter für Welpen, für alte Hunde und mit anderen Geschmacksrichtungen vorstellen“, erklärt Felix Bierholz.

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