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„Fasten gibt mir ein gutes Gefühl“

„Fasten gibt mir ein gutes Gefühl“

Der islamische Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Mehmet Güneysu erzählt.

Dormagen. Am 1. August hat der Ramadan begonnen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang heißt es jetzt für Muslime: Verzicht auf Nahrung, Getränke, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Auch Lügen und Beleidigungen gilt es zu vermeiden — so will es der Koran. Mehmet Güneysu hält sich streng an diese Vorgaben. „Ich bin damit groß geworden“, sagt der Vorsitzende des Dormagener Integrationsrates. „Das Fasten gibt mir ein gutes Gefühl.“

Sich an die Regeln des Ramadan zu halten, ist eine im Koran verankerte religiöse Pflicht der Muslime. Doch es gibt Ausnahmen: „Meine Mutter ist Diabetikerin, sie muss zweimal am Tag Insulin spritzen und kann aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten. Als Ausgleich spendet sie Geld an Arme.“ Auch schwangere Frauen, Minderjährige oder Kranke sind von der Pflicht ausgenommen.

Erstmals fastet gemeinsam mit Güneysu sein 13-jähriger Sohn. „Ich genieße das abendliche Fastenbrechen mit der ganzen Familie“, sagt der Dormagener. „Tagsüber nichts zu essen, fällt mir eigentlich nicht schwer — ich esse ohnehin wenig. Aber das Wissen, nicht essen zu dürfen, macht manchmal schon Hunger“, erzählt er schmunzelnd. „Das vergeht nach drei, vier Tagen.“

Zusätzlich zum Fasten gehört zu den Pflichten im Ramadan auch besonders das Gebet. „Zusätzlich zu den fünf Gebeten am Tag gibt es spätabends ein zusätzliches, 20 Minuten langes Gebet“, erklärt Güneysu. In der Moschee Süleymaniye Camii an der Roseller Straße treffen sich abends Gläubige zum gemeinsamen Fastenbrechen und Beten. „Das ist wichtig, damit die Tradition nicht vergessen, sondern an unsere Kinder weitergegeben wird“, meint Güneysu.

Der Ramadan endet in diesem Jahr am Abend des 29. August. „Dann feiern wir das Fest des Fastenbrechens. Die Familie kommt zusammen, es gibt viel zu essen, besonders Süßes, die Kinder werden beschenkt. Das ist vergleichbar mit Weihnachten.“