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Dormagen richtet Diagnostik-Zentrum für Coronavirus Fälle ein

Praxisnetzwerk der Ärzte agiert : Corona-Diagnose-Center in Dormagen

Es handelt sich um eine Kooperation von Rheinland-Klinikum, Praxisnetz der Ärzte und Stadt.

Das Praxisnetz Dormagen richtet mit dem Rheinland-Klinikum und der Stadt ein Corona-Diagnostik-Zentrum (CDZ) ein. „Dort können ab Mittwoch die Abstriche für Tests auf das Coronavirus zentralisiert so durchgeführt werden, wie vom Robert Koch-Institut gefordert“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Bürger, die den begründeten Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben – weil sie entsprechende Symptome zeigen oder Kontakt zu Infizierten hatten – sollen sich zunächst telefonisch an ihren Hausarzt wenden. Der Hausarzt empfiehlt gegebenenfalls einen Test im CDZ und überweist dorthin.

„Wir planen, das CDZ an drei bis vier Tagen in der Woche für jeweils zwei Stunden mit ärztlichem Personal zu besetzen“, sagt Udo Kratel, Sprecher des Praxisnetzwerks, dem niedergelassene Ärzte in Dormagen, dem Neusser Süden und Kölner Norden angehören. Im CDZ führen die Ärzte des Praxisnetzes außerhalb ihrer Dienstzeiten auf Überweisung der Hausärzte freiwillig die Tests durch.

„Das ist eine sinnvolle Bündelung von Ressourcen für besorgte Menschen in Dormagen und Rommerskirchen“, sagt Claudia Benthake, Direktorin des Rheinland-Klinikums Dormagen. Denn auch Patienten aus Rommerskirchen können von den dort ansässigen Hausärzten ins Dormagener CDZ überwiesen werden. Martin Mertens, Bürgermeister der Gemeinde Rommerskirchen, zeigt sich vom Engagement der Ärzte beeindruckt: „Sie haben innerhalb kürzester Zeit ein komplettes Diagnostik-Zentrum eingerichtet und betriebsfertig gemacht.“ Auch Patienten aus Grevenbroich oder Neuss könnten dort getestet werden, „wenn sie einen Hausarzt in Dormagen haben. Bei der Überweisung an das CDZ wird genau darauf abgestellt – nicht auf die Meldeadresse“, sagt Stadtsprecher Max Laufer.

Für Patienten zufriedenstellende Untersuchung ist schwierig

SPD-Landratskandidat Andreas Behncke hat am Montag gefordert, dass der Rhein-Kreis ein Diagnose-Zentrum einrichtet. Dem widersprach Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU), der es aktuell nicht für notwendig hält, aber für die Zukunft nicht ausschließen will.

Wie schwierig eine für Patienten zufriedenstellende Behandlung sein kann, zeigt der Fall von Sandra Wedler. Sie war am Dienstag verzweifelt, weil sie unzufrieden mit dem Umgang mit ihrer Tochter ist. Die sieben Jahre alte Lucie wachte am Montagmorgen mit knapp 40 Grad Fieber, Husten und Schnupfen, auf. „Ich habe sie in der Schule abgemeldet und auf Anraten das Gesundheitsamt angerufen. Man sagte mir, dass kein Virus-Test gemacht werden brauche, weil wir uns nicht im Kreis Heinsberg aufgehalten und keinen Kontakt mit einem Verdachtsfall hatten.“ Sie hätte gern einen Test auf Influenza A und B gehabt, auch das war nicht möglich. Sandra Wedler wandte sich an den Kinderarzt in Worringen. „Er schloss das Coronavirus aus, aber mit diesen Symptomen dürften wir nicht in die Praxis kommen.“ Es werde sich wohl um eine normale Grippe handeln. Die Rheinfelderin packte am Dienstag ihre Tochter, die immer noch hoch fiebrig war und fuhr mit ihr in ein Neusser Krankenhaus. Dort wurde Lucie zwar untersucht, aber  kein Abstrich genommen, „nicht ohne Überweisung, wurde mir gesagt“. Nun hofft Familie Wedler auf Genesung, auch die Brüder Kilian und Luka, die beide unfreiwillig in dieser Woche schulfrei bekommen
haben.