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Bauprojekt in Dormagen: Fechthalle kostet über 23 Millionen Euro

Bauprojekt in Dormagen : Kreis beteiligt sich an Kosten für Fechthalle

Zum ersten Mal liegen Zahlen vor: Die Halle könnte bis zu 30 Millionen Euro kosten.

Die Irritationen zwischen der Stadt Dormagen und dem Rhein-Kreis Neuss rund um das Vorzeigeprojekt Fechthalle auf dem Campus des Norbert-Gymnasiums in Knechtsteden sind beseitigt, die Planungen werden konkreter. Im Sportausschuss am kommenden Dienstag werden die Politiker Zahlen vorgelegt bekommen. Aktuell würde die Fechthalle 18,2 Millionen Euro kosten, im Jahr 2025, in dem sie fertiggestellt sein soll, liegen die Kosten bei 23,3 Millionen Euro – ohne die Kosten für die Innenausstattung und ohne einen „Unsicherheits“-Zuschlag, den der federführende Rhein-Kreis mit plus/minus 30 Prozent angibt. Am Ende könnte die Halle bis zu 30 Millionen Euro teuer sein. Eine Größenordnung, die Kreisdirektor Dirk Brügge jedoch als „nicht seriös“ bezeichnete.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte im April 2018 angemahnt, dass die Trainingsstätte der Weltklasse-Säbelfechter einer „neuen und zeitgemäßen“ Trainingshalle entsprechen müsse, damit Dormagen weiterhin den Status eines Bundesstützpunktes behalten kann. Aktuell sind die Trainingsbedingungen der Athleten alles andere als zeitgemäß. Die TSV-Stars müssen sogar inklusive Equipment von Halle zu Halle ziehen. Das soll jetzt anders werden!

Der Deutsche Fechterbund hat zwischenzeitlich den notwendigen und sinnvollen Raumbedarf eines Bundesstützpunktes formuliert. Er sieht Platz für 24 Fechtbahnen vor, von denen zwölf in der Wettkampfbreite von anderthalb bis zwei Meter angelegt werden sollen. Dazu Lagerstätten für Materialien, Multifunktionsraum mit Spiegel für Einzel-, Technik- und Athletiktraining, Waffenkammer, Videoraum, Kraftraum, Physiotherapieräume, Sauna, Entspannungs- und Kältebecken, Aufenthaltsraum mit kleiner Küche.

Die Halle soll nachhaltig gebaut werden und sich dabei am Rathaus in Venlo und dem Alnatura Campus in Darmstadt orientieren. Wesentliche Kriterien für eine solche Bauweise sind die ökonomische, ökologische, soziokulturelle und technische Qualität. Dabei geht es um thermischen, akustischen und visuellen Komfort, um Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit, Minimierung der Risiken für die lokale Umwelt oder eine möglichst geringe Flächeninanspruchnahme.

Dormagen und Rhein-Kreis haben eine Kooperation unterzeichnet

Eine konkrete Standortanalyse wird laut Sportverwaltung zur Vorbereitung der Ausschreibung der Architekten- und Fachplanerleistungen in Kürze beauftragt. Danach erfolgt die Ausschreibung der Leistungen.

Inzwischen haben die Stadt und der Rhein-Kreis eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Sie sieht unter anderem eine jeweils hälftige Beteiligung an den Planungskosten vor. Sie betragen in den ersten beiden von maximal acht Leistungsphasen für die Jahre 2020 und 2021 334 000 Euro, die sich beide teilen. Dormagen hat diesen Betrag, so sagt Kämmerin Tanja Gaspers, bereits im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs berücksichtigt.

Aber auch beim kommunalen Eigenanteil des Bauprojektes geht es hälftig zu. Aktuell geht der Rhein-Kreis Neuss von einer Förderung durch den Bund und das Land in Höhe von etwa 65 Prozent aus, was im Jahr 2025 etwa 15 Millionen Euro ausmachen könnte. Der kommunale Eigenanteil läge dann bei etwa 8,1 Millionen Euro, die sich die Stadt und Rhein-Kreis teilen würden.