Prinzenpaar ist auf der Säule verewigt

Prinzenpaar ist auf der Säule verewigt

Der Mönchengladbacher Karneval erlebte am Wochenende zwei seiner Höhepunkte.

Wenn Norbert Bude früher als Oberbürgermeister in seinem Büro im Rathaus Abtei saß, dann schweifte sein Blick über die Stadt. Schaute er zum Fuße des Abteiberges, erblickte er die Prinzenpaarsäule. Als Politiker schwang er dort närrische Reden und frotzelte mit MKV-Boss Bernd Gothe, wenn die Prinzenpaare ihre Namensschilder an der Säule enthüllten. Nun ist er selbst Prinz und stand gestern zusammen mit Niersia Barbara beinahe andächtig an dem von Eberhard Concilius und Franz Köster geschaffenen Kunstwerk. Jetzt ist auch das amtierende Prinzenpaar dort verewigt.

Foto: Jörg Knappe/Detlef Ilgner

„Das ist etwas ganz Besonderes. Wenn wir einmal nicht mehr da sind, werden unsere Namen bleiben“, sagte Bude. Gepflegt wird die Säule von den Mitgliedern des Alten Zeughauses. Dessen Geschäftsführer Hans Brüggen hält bei der Enthüllung stets den selbst gedichteten Prolog. „Wir hatten März und das Jahr war jung, da stand das neue Prinzenpaar in der Zeitung“, sagte Brüggen. Außerdem ging er auf Themen des vergangenen Jahres ein — unter anderem auf die Esel vor dem Minto. Um die schleiche nachts hin und wieder der Kämmerer und suche nach Dukaten.

In Gedenken an Franz Köster ruhten gestern Morgen die Kappen an der Spitze der Prinzenpaarsäule statt sich wie sonst üblich zu drehen. Zu den Gratulanten gehörte unter anderem das Kinderprinzenpaar. Niersia Barbara hatte deshalb einen besonderen Wunsch. „Es wäre schön, wenn es eine solche Säule auch für die Kinderprinzenpaare geben würde. Die könnte dann in Rheydt stehen“, sagte sie. Bernd Gothe schlug vor, die Temperaturstele am Kapuzinerplatz dafür zu nutzen. Wenn der Platz umgebaut wird, müsse die Stele dort ohnehin weichen.

Verdient hätten es die jungen Karnevalisten. Denn was die Kinder in der Session leisten, ist einzigartig. Morgens gehen sie zur Schule, nachmittags ziehen sie mit dem Kinderprinzenpaar Cedric I. und Vanessa I. durch die Säle und zeigen ganz nebenbei ihren Tanz.

Das wissen auch die Gesellschaften des Mönchengladbacher Karnevals zu honorieren. Beim Empfang der Kinderprinzengarde, der eigentlich eine kleine Sitzung ist, sorgten sie für eine rappelvolle Burggrafenhalle. Höhepunkt des Nachmittags war wieder einmal die Playback-Show, bei der die Kinder ordentlich die Bühne rockten. Sie erzählten die Geschichte der Freunde Frodo und Sam, die durch die Welt reisen und nach Mönchengladbach suchen — und schließlich ankommen in der Stadt, die ihnen besser gefällt als gedacht.

„Im Karneval lernen die Kinder auf besondere Art soziale Bindungen kennen. Wir Großen können uns das manchmal etwas abschauen“, lobte Hajo Hering seine Garde. Der Chef der Kinderprinzengarde, der gleichsam Hofmarschall des Kinderprinzenpaars ist, hatte eine Botschaft mitgebracht. „Ich wünsche mir, dass die Gesellschaften die Kinder zu ihren großen Sitzungen einladen und sie im frühen Abendprogramm auftreten lassen. Das wären Erlebnisse, die die Kinder nie mehr vergessen“, sagte Hering. Michael Eßer, Prinz der vergangenen Session, kündigte bereits an, den Vorschlag in seiner Gesellschaft diskutieren zu lassen.