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Mönchengladbach: So war das Brings-Konzert unter Corona-Bedingungen im Sparkassenpark

Brings im Sparkassenpark Mönchengladbach : Das Strandkorb-Konzept funktioniert

Bei den ersten beiden Konzerten mit Brings und den Höhnern gab es laut Ordnugsamt keinen einzigen Verstoß gegen die Schutz-Verordnung.

Die Emotionen kamen schon, bevor die ersten Töne gespielt waren. „Was für eine Freude, wieder Leute zu sehen“, sagte Sänger Peter Brings. Und Micky Hilgers, Chef des Sparkassenparks, gab zu: „Es ist eine ganz besondere und emotionale Situation, die Menschen vor der Bühne zu sehen, wie erwartungsfroh sind auf die Bühne blicken.“

Im mit nur 1000 Zuschauern unter Corona-Bedingungen ausverkauften Sparkassenpark feierte die Konzertreihe Strandkorb-Open-Air am Freitagabend eine gelungene Premiere. Nicht nur, wegen des Konzertes, sondern auch, weil das Hygiene- und Abstandskonzept offenbar aufging. „Die Leute waren sehr ausgelassen, aber diszipliniert“, sagte Hilgers am Samstag.

Auch der Auslass, bei dem die Strandkorb-Nummern wie beim Bingo ausgelost aufgerufen werden, habe funktioniert. Dieses kleine Lottospiel sei „sehr gut angekommen. Die Letzten haben Geschenke bekommen“, so Hilgers. „Die Leute haben begriffen, worum es geht.“

Das städtische Ordnungsamt war vor Ort und kontrollierte die Einhaltung der vorab beschlossenen Regeln. „Die Kollegen waren sehr zufrieden, es gab keine Beanstandungen“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen am Samstag. „Es hat keine Ansammlungen gegeben, die Maskenpflicht außerhalb der Strandkörbe ist überall eingehalten worden.“ Auch am Samstag beim Konzert der Höhner habe das Ordnungsamt keinen einzigen Verstoß gegen die Schutzvorschriften festgestellt, so Stadtsprecher Wolfgang Speen am Sonntag.

Ein guter Teil der Besucher kam aus anderen Städten. Das zeigten Autokennzeichen auf Parkplatzabschnitten. Der Name der Kölner Band Brings zieht eben. An diesem Freitagabend aber kam das Hochgefühl einer Deutschlandpremiere hinzu: endlich wieder Live-Musik zu erleben – und das im Sparkassenpark. Ab dem zweiten Lied standen die Besucher die meiste Zeit vor ihren Strandkörben, um Refrains mitzusingen, die Arme zu schwenken und auf engem Raum zu tanzen. Möglich war dies alles dank des gut durchdachten Konzepts, das Hilgers und sein Team innerhalb von sechs Wochen umgesetzt haben.

Bei aller Festfreude ließ sich doch der große Aufwand ahnen. Die Parkplatzabschnitte sind den Inseln mit jeweils 50 Strandkörben zugewiesen. Jede Insel hat ihre eigenen Zugänge und Toiletten. Große Fotoleinwände mit Strandimpressionen auf Absperrungen und den Stufen der Bühne runden ein sich anbahnendes Urlaubsgefühl ab.

Die Strandkörbe können nicht verrückt werden. Ihre Standorte seien genau ausjustiert, und die Bühne ist besonders hoch, damit auch alle Besucher eine gute Sichtachse haben, betonte Moderator Frank Nießen zur Begrüßung. Auch er wirkte erlöst und gut gelaunt. „Endlich ein Klatschen und kein Autohupen“, rief er den Besuchern zu.

Die Masken müssen auf dem Weg zu den Korb-Inselngetragen werden. Im Strandkorb aber besteht keine Maskenpflicht. Jede Insel hat eigene Toiletten. Auch das Gastro-Konzept mit Bestellungen ausschließlich über die App hat laut Hilgers funktioniert. Mehr als die Hälfte der Bestellungen waren schon vorab eingegangen. Vor Beginn wies Nießen auf das Good-Bye-Bingo hin. Nur Kleinigkeiten seien für die kommenden Konzerte noch zu justieren, sagte Hilgers.

Das Interesse an dem Format ist in Deutschland groß. „Die Resonanz in der Musikszene ist großartig“, sagte Hilgers. Es kämen viele Anfragen, die Open-Air-Strandkorb-Reihe würde daher vielleicht noch bis Anfang Oktober fortgesetzt. Er erinnerte aber auch an die Not der Branche in der Corona-Zeit und bat, Künstlern und Veranstaltern die Treue zu halten.