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„Bunte Männchen“ helfen Nepal

„Bunte Männchen“ helfen Nepal

Erfinder Roland Ehlen macht gemeinsame Sache mit der Nepal Kinderhilfe in Niederkrüchten.

Viersen/Niederkrüchten. Mehr als 8000 bunte Menschen hat Roland Ehlen im vergangenen Jahr in die Welt gesetzt. Jetzt hofft der Süchtelner Schreinermeister, dass sie tatsächlich auf Reisen gehen und dass ihre Standorte mit Fotos dokumentiert werden. Ehlen selbst kann einen Urlaub jetzt gut gebrauchen. „Die Nachfrage nach meinen bunten Menschen war gigantisch. Das war der absolute Wahnsinn. Wir sind mit der Herstellung nicht mehr hinterher gekommen. Jetzt ist erst einmal Produktionsstopp. Unsere bunten Menschen gehen in die Sommerpause“, sagt Ehlen.

Ob bei „Bracht ganz kunstvoll“ oder beim Dohlenfest, ob bei den Viersener Einzelhändlern oder in Ehlens Werkstatt — kaum standen die „bunten Menschen“ in den vergangenen Wochen für zwei Euro zum Verkauf, da waren sie auch schon ausverkauft. Allein beim Kunstfest in Bracht brachte Ehlen 700 Pappfiguren unters Volk. Die Viersener Einzelhändler hatten schon vor der Auslieferung jeweils Vorbestellungen von gut 100 Männchen vorliegen. Auch seine beiden tatkräftigen Helfer Wilfried Grieger (Druckerei) und Michael Höflich (Firma Kohlschein) können wohl eine Pause vertragen. „Ich hoffe, dass ich jetzt aus den Urlauben viele schöne Männchen-Fotos geschickt bekomme“, sagt Ehlen.

Inzwischen weiß Ehlen auch, wie „seine bunten Menschen“ ganz konkret den Erdbebenopfern in Nepal helfen können. Für den Schreiner stand von Anfang an fest, dass seine Sommeraktion einen guten Zweck haben soll. Auf dem Kunstfest in Bracht hat der Süchtelner Jürgen und Andrea Richterich kennengelernt. Der „Vater der Männchen“ und die Initiatoren der Nepal Kinderhilfe in Niederkrüchten beschlossen gemeinsame Sache zu machen.

Jürgen Richterich freut sich sehr über diese Kooperation. „Das ist sehr gute Sache für uns“, sagt der Niederkrüchtener. Schon direkt nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal im April hat die Hilfsorganisation angefangen, Spenden für die Erdbebenopfer zu sammeln.

Auf die Idee zum neuen Projekt „Family Shelter“ kam die Niederkrüchtener Hilfsorganisation durch das Schicksal einer jungen Frau aus Langtang: „Chumchoc Tamang lebte mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in einem kleinen Dorf in den Bergen und betrieb dort ein Gästehaus für Wanderer“, erzählt Richterich. Als das Erdbeben kam, war der Mann auf dem Feld. Die junge Mutter befand sich mit ihren drei Kindern im Freien. Die Druckwelle des Bebens riss ihr die einjährige Tochter Pemba aus den Armen. Chumchoc Tamang wollte hinter dem Kind herlaufen, wurde aber von einem Felsen getroffen. „Ihr Rückgrat ist gebrochen“, sagt Richterich. Alle drei Kinder überlebten das Beben, doch der Vater kam nicht zurück. „Die Frau hat ihren Mann verloren und sie selbst ist gelähmt. Man kann sich ihre Not sicher vorstellen“, sagt Richterich.

In solchen Fällen will die Nepal Kinderhilfe helfen. „Wir wollen ein Haus und das notwendige Personal finanzieren, damit Erdbebenopfer wie Chumchoc Tamang und ihre Kinder zusammen leben können“, sagt Richerich. Die bunten Menschen haben damit einen guten Zweck gefunden. „Ich denke, das Geld ist dort sehr gut angelegt. Nach den Ferien werden wir die Spenden übergeben. Da ist einiges zusammen gekommen“, sagt Ehlen.