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Tierschützer greifen Zirkus an

Tierschützer greifen Zirkus an

Die Plakate des Zirkus an der Lürriper Straße wurden mit „Abgesagt wegen Tierquälerei“ überklebt.

Kaum hatte der Zirkus Karl Altoff Köllner vor wenigen Tagen seine Zelte am Rollermarkt an der Lürriper Straße aufgeschlagen, da wurde er schon von Tierschützern torpediert. Fast alle Ankündigungsplakate für die Vorstellungen in der Manege wurden mit der Aufschrift „Abgesagt wegen Tierquälerei“ überklebt. „Das ist Rufmord“, sagt Zirkusfrau Liane Weisheit-Köllner. Mit Meinungsfreiheit habe das nichts mehr zu tun, findet sie.

Tierschützer greifen Zirkus an
Foto: Baum/Raupold

Zirkus Altoff Köllner hat Dromedare, Pferde, Ponys, Ziegen und Lamas. Allen Tieren gehe es gut, versichert Liane Weisheit-Köllner. Weder die Vertreter von Ordnungsamt, Bauordnungsamt und Amt für Umweltschutz, noch die Veterinäre hatten bei ihren Kontrollen etwas zu beanstanden. „Alle Auflagen waren erfüllt“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen.

Trotzdem gibt es Gegenwind. Die Tierschützer würden immer radikaler, sagt Liane Weisheit-Köllner. Die Zirkusfrau kennt sogar Fälle, wo Geschäftsleute massiv angegangen wurden, weil sie Flyer von Zirkussen auslegten oder Plakate aufhängten.

Auch gestern vor der Premiere von Zirkus Altoff Köllner demonstrierten Tierschützer vor dem Manegenzelt. Rund vierzig Tierrechtsaktivisten hatten sich eingefunden, um gegen die „moderne Sklavenhaltung“, wie sie die Tierhaltung im Zirkus nennen, zu demonstrieren.

Die Polizei, mit drei Mannschaftswagen angerückt, behielt die Aktion im Auge, musste aber nicht eingreifen. Den Tierschützern ist die Tierhaltung im Zirkus grundsätzlich ein Dorn im Auge. „Es macht für mich keinen Unterschied, wie groß das Gehege der Tiere ist“, sagt Sven Fucker, Aktivist von Animal Peace und erster veganer OB-Kandidat für Krefeld. Es gehe dem Zirkus nur darum, Profit mit den Tieren zu machen. Reinhold Kassen, seit vielen Jahren bei Animal Peace aktiv, gibt sich etwas verbindlicher: „Ich glaube, dass die Zirkusleute ihre Tiere lieben“, sagt er, „aber es bleibt moderne Sklavenhaltung.“ Die Aktivisten fordern den völligen Verzicht auf Tierhaltung im Zirkus. Für Liane Weisheit-Köllner ist dagegen ein Zirkus ohne Tiere kein richtiger Zirkus. „Sie gehören dazu wie der Duft der Manege, die Lichteffekte, die Musik und die Akrobatik“, sagt sie. Die Aktivisten sollten doch bitteschön kommen und ihre Tiere ansehen. Es gehe ihnen gut, sie würden gut versorgt. „Das Erste, was mein Mann am Morgen tut, ist, nach den Tieren zu sehen“, erklärt sie.

Die Aktivisten planen weitere Aktionen. Der Zirkus Altoff Köllner plant dagegen, Anzeige zu erstatten — wegen der überklebten Ankündigungsplakate.