Bestätigter Fall : Zwischen Viersen und Anrath: Wolf hat ein Schaf gerissen

Im Gebiet zwischen Viersen und Anrath ist Mitte November ein Schaf gerissen worden. Eine DNA-Analyse hat jetzt ergeben, dass das Nutztier tatsächlich von einem Wolf getötet wurde.

Im Kreis Viersen ist im November ein Schaf von einem Wolf gerissen worden. Das hat ein Sprecher des NRW-Umwelt-Ministeriums auf Anfrage der WZ am Mittwoch bestätigt. Der Eintrag dieses sogenannten Nutztier-Risses ist im „Wolfsmanagement“ des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz  unter dem Eintrag  „Viersen“ und  dem Datum „12.11.2020“ zu finden. Dem Vernehmen nach soll der Wolf das Schaf im Gebiet zwischen Viersen und Anrath gerissen haben.

Eine erste DNA-Analyse des Schafes wurde im Institut Senckenberg/Frankfurt durchgeführt. Das Institut führt eine zentrale Datenbank über Wölfe. Es hat außerdem eine große Erfahrung in der Unterscheidbarkeit der Marker in der DNA von Wölfen und Hunden. Diese Erst-Analyse klärt ab, ob es sich um einen Wolf, einen Hund oder einen Fuchs gehandelt hat. Die Bestätigung der Untersuchung liegt vor: Ein Wolf war’s.

Eine zweite DNA-Analyse, bei der das Tier individualisiert wird, das heißt einer Population bzw. Region zugeordnet werden kann, ist noch nicht abgeschlossen.

Hinweise darauf, dass es sich bei diesem Wolf in Viersen/Anrath um ein sesshaft gewordenes Tier handelt, gibt es nicht. Es gilt auch eher als unwahrscheinlich, weil seit Mitte November keine weiteren Wild- oder Nutztier-Risse in dem Bereich oder in der Nähe gemeldet wurden. Experten gehen aufgrund der Jahreszeit eher von einem Junggesellen-Tier aus, das auf Wanderschaft ist. Von einer Sesshaftigkeit  eines Wolfes spricht man, wenn ein Tier ein halbes Jahr in einer Gegend nachgewiesen wird.