Premiere: Lesung bei action medeor

Marion Feldhausen, Ella Dälken und Regina Schleheck gaben Kostproben ihrer Krimis ab.

Vorst. Eine Krimilesung bei action medeor in Tönisvorst? Ja, das sei eine Premiere, bestätigt Norbert Vloet, der dort für den Bereich entwicklungspolitische Bildung zuständig ist. Drei Krimiautorinnen gestalteten den Abend mit Lesungen aus ihren Werken: Die St. Töniserin Marion Feldhausen, Ella Dälken aus Düsseldorf und Regina Schleheck aus Leverkusen. Die drei sind Mitglied des Vereins „Mörderische Schwestern“, der es sich zum Ziel gemacht hat, die von Frauen verfasste deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern. So einig sich die drei Freundinnen im kulturell-politischen Bereich sein mögen, ihr Schreibstil ist sehr unterschiedlich, wie die drei Lesungen aus den Werken zeigen.

Den Auftakt machte Ella Dälken. Fantasievoll und geradezu skurril geht es zu in ihrem neuen, im Heyne-Verlag erschienenen Krimi „Tot überm Gartenzaun“. Er spielt im Kleingartenmilieu, das der Autorin aus eigenen Erfahrungen bestens bekannt ist. Das Buch ist eine leichte, amüsante, humorvolle Lesekost mit vielen witzigen und atmosphärisch aufgeladenen Details sowie einer gewissen Portion Spannung.

Ganz anders dagegen das Werk von Marion Feldhausen. Es ist noch nicht erschienen, die Autorin liest aus ihren Manuskripten. Stakkatohaft, sachlich und gut recherchiert, erzählt sie in „Hitlers Bandenbefehl“ von einem Massaker der SS im August 1944 in Norditalien, ein Racheakt nach Angriffen von Partisanen. Die kühle Sprache verstärkt die Wirkung der alptraumhaften Geschehnisse, lässt die Zuhörer schaudern. „Diese Taten wurden ganz aktuell vor deutschen Gerichten verhandelt“, erzählt Marion Feldhausen, „die Täter sind freigesprochen worden.“ In diesen historischen Kontext habe sie „eine Kriminalgeschichte verwoben“.

Regina Schlehecks Werk ist bereits vielfach ausgezeichnet und prämiert. Seit 2002 schreibt die Oberstudienrätin Kurzgeschichten, Hörspiele, Erzählungen und Prosaliteratur. An diesem Abend liest sie einen Kurzkrimi aus dem Sammelband „Diagnose Mord“, herausgegeben 2014 im Buchvolk-Verlag. Spritzig, direkt, frisch, frech und sehr unterhaltsam geht es darin zu.