Gottesdienst für den Löschzug St. Tönis in der evangelischen Kirche

St. Tönis: Gottesdienst für den Löschzug in der evangelischen Kirche : Gutes Gefühl gepaart mit Hilfslosigkeit

Feuerwehrseelsorger Norbert Caelers beleuchtet die unterschiedlichen Facetten des Ehrenamts.

Vom befriedigendem Gefühl, das Feuerwehrleute haben, wenn sie etwas Gutes geleistet haben, aber auch vom Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit berichtete Norbert Caelers beim Gottesdienst in der evangelischen Kirche an der Hülser Straße. Der Gottesdienst für den St.Töniser Löschzug wurde nicht nur von von den aktiven Mitgliedern besucht, sondern auch von den Mitgliedern der Ehrenabteilung, Verwandten und Freunden sowie einer großen Abordnung der Prinzengarde und der Treuen Husaren. Dies, so erläuterte Caelers, sei Zeichen einer schon seit vielen Jahren währenden Freundschaft zwischen den Karnevalisten und dem Löschzug. Caelers, der auch Feuerwehrseelsorger ist, hat den Gottesdienst mit Angehörigen des Löschzuges und Pfarrer Christian Dierlich vorbereitet. Erstmals spielte  der Musikzug der Feuerwehr Tönisvorst und hinterließ einen besonderen Eindruck bei den Besuchern.

Einen solchen Eindruck wird auch Caelers Ansprache hinterlassen haben, in der er –  ausgehend vom Wahlspruch der Feuerwehren „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ – die Aspekte des Feuerwehrmannes und der Feuerwehrfrau von innen beleuchtete. Er fragte, welche Gründe es gäbe, sich der Feuerwehr anzuschließen. Und nannte: Kindliche Begeisterung? Sehnsucht nach Kameraden, der Reiz des Risikos? Der Wille zum Helfen? Das Gefühl etwas Gutes zu tun? Die Gründe seien vielfältig.

Predigt zum Wahlspruch „Gott
zu Ehr, dem nächsten zur Wehr“

Aber neben diesen guten Gründen gäbe es auch Negatives, das der Dienst mit sich bringe. Eigene Ohnmacht oder Hilflosigkeit täten weh, die Angst vor Fehlern  sei oft da. Caelers erläuterte den Besuchern die Ausrüstung der Wehrleute. Sie solle vor äußeren Einflüssen schützen, sei aber kein Schutz für die Seele. Die sei in Gott und Jesus zu finden, die die Seele schützten. Mit einem humorvollen Zitat eines oberbayerischen Pfarrers schloss Caelers seine Ansprache. Dieser Pfarrer wünschte denen, die Helfer bei ihrer Arbeit angreifen, 14 Tage „Durchfall und kein Klopapier“.

Ungewollt zeigte der Löschzug während des Gottesdienstes, dass man über Kameradschaft nicht nur redet, sondern diese lebt: Einem der Kameraden der Fahnenabordnung versagte der Kreislauf. Spontan übernahm ein anderer seinen Platz, und zwei weitere geleiteten ihren Kameraden an die frische Luft. So dass er schon nach ein paar Minuten dem  Gottesdienst wieder folgen konnte. So auch den Fürbitten, die neben Caelers noch Axel Beckers und Michael Steeg sprachen. Und bei denen auch besonders an die verstorbenen Kameraden erinnert wurde.

Mehr von Westdeutsche Zeitung