Das Event steht im Frühjahr wieder in Vorst an

Tönisvorst : Apfelblütenlauf ist Teamarbeit

Eigentlich ist er ein Selbstläufer. Aber hinter den Kulissen ist bis zum Lauftag am 28. April in der Huverheide eine Menge zu tun.

Könnes kämpft – das war gestern. Könnes läuft. Und läuft. Und selbst der Schnee hält ihn nicht davon ab, „bergauf, bergab über die Süchtelner Höhen“ zu joggen, um Strecke und gute Zeiten zu machen. Ende April will der Mann fit sein für 10 000 schnell zurückgelegte Meter durch die Huverheide. Der fünfte Apfelblütenlauf ist in Sicht.

Dieter Könnes, Moderator der Tönisvorster Premium-Veranstaltung seit dem ersten Wettkampf, wird am Lauftag zum ersten Mal seinen Posten am Start- und Zielpunkt vor action medeor in Vorst verlassen und selbst die Beine in die Hand nehmen. „Ich bin sportlich sehr ehrgeizig“, sagt er. Diesmal geht sein Ehrgeiz sogar noch über Zeiten und Weiten hinaus.

„Wir suchen für jeden zurückgelegten Meter von Dieter Sponsoren, die einen Euro pro Meter zahlen“, kündigt Annica Schüller an, Tönisvorsts ehemalige Apfelkönigin, Initiatorin des Wettbewerbs und Co-Moderatorin von Könnes. Der Startschuss für dieses zusätzliche Sponsoring soll Mitte Februar auf der Homepage www.medeor.de gegeben werden.

Jeder Cent soll – wie auch der Startgeld-Obolus von fünf Euro pro Läufer – dem Medikamentenhilfswerk in Vorst zugute kommen.

Auch da hat der Apfelblütenlauf in seiner bald fünfjährigen Geschichte tolle Steigerungsraten hingelegt: Roland Beurskens, Vorsitzender des TV Vorst, hat die Zahlen: Im ersten Jahr kamen 4500 Euro zusammen, die medeor gespendet wurden. 2018 wurden es fast 10 800 Euro.

Spende an action medeor geht diesmal  nach Simbabwe

Bernd Pastors, Vorstandssprecher des Hilfswerks, nennt das einen „Spitzenwert“. Das Geld sei überwiegend für die Katastrophenhilfe im Jemen ausgegeben worden. 2019 nimmt medeor Simbabwe in den Blick. „Wir versorgen seit Jahren 17 Partner vor Ort.“ Gleichwohl werde man von Vorst aus die Entwicklungen in Venezuela beobachten.

„Die Menschlichkeit findet keine Grenze. Das ist auch ein hervorragendes Signal, das von dieser Veranstaltung ausgeht und ein grandioses Zeichen derer, die die Aktion möglich machen“, betont Bürgermeister Thomas Goßen im Pressegespräch. Den Apfelblütenlauf nennt er eine Top-Werbung für die Stadt. Auch Goßen wird sich zum Lauf anmelden. „Ich bin vor drei Wochen ins Training eingestiegen.“ Ab dem heutigen Samstag ist die Online-Anmeldung freigeschaltet.

1500 Läufer waren 2018 spitze. Mehr ging nicht. 2019 satteln die Organisatoren noch einmal drauf - weil sich eben in den zurückliegenden Jahren die Vorbereitung so gut eingespielt hat. Die dreitägigen Ausgabe der Startunterlagen und der Welcome Packages unmittelbar vor dem Laufsonntag macht es möglich, dass diesmal 1750, also 250 Läufer mehr durch die Huverheide rennen können.

Nicht wegzudenken sind die Tönisvorster Teilnehmer, etwa die des Michael-Ende-Gymnasiums und der Rupert-Neudeck-Gesamtschule. 250 Jungen und Mädchen laufen fünf Kilometer, zehn Sponsoren übernehmen die Startgebühren. Die GGS Hülser Straße steuert wieder ihr Kuchenbuffet bei, Schüler starten im Kids-Lauf.

Sicher wieder mit von der Partie werden Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sein, die, wie im Imagefilm zu sehen, das weiße Apfelblüten-T-Shirt diesmal gar nicht benötigen, weil sie in voller Montur mitlaufen. Der Apfelblütenlauf ist längst über die Stadt und Kreisgrenze hinaus bekannt. Läufer aus ganz Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien, sogar aus Bayern stoßen hinzu, um die fünf, zehn oder 21 Kilometer langen, offiziell vermessenen Strecken zu absolvieren.

Neu ist eine App am Start. Der Apfelblütenlauf soll ja eigentlich die Menschen vom Sofa auf die Strecke bringen. Die App macht’s nun möglich, dass man vom Sofa aus Sportler bei ihrem Lauf verfolgen und erreichte Zeiten ablesen kann. Spätestens dann wird man erfahren: Könnes kann’s und Goßen kämpft? Oder umgekehrt?