Unwetter: Sturmschäden in Viersen-Dülken und Niederkrüchten

Nächtliches Unwetter im Kreis Viersen : Sturm verursacht zahlreiche Schäden

Umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer: Das Unwetter am Dienstagabend hat im Kreis Viersen Spuren hinterlassen.

Im Kreis Viersen ist ein Sturm am Dienstagabend unterschiedlich heftig verlaufen. Mit Böen von bis zu 90 km/h war das Unwetter auf Nordrhein-Westfalen getroffen. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor eine Unwetterwarnung der Stufe 3 für den Westkreis herausgegeben und vor Böen mit bis zu 110 km/h und bis zu drei Zentimeter großen Hagelkörnern gewarnt.

Jennifer Thielen (39) und ihre Familien, die in einem großen Haus an der Mittelstraße in Niederkrüchten wohnen, kamen mit einem Schrecken davon. Allerdings hat der Sturm die Hälfte ihres Daches abgedeckt: „Die Ziegel fielen auf das Nachbargrundstück. Das Auto unseres Nachbarn ist ein Totalschaden“, sagt die Niederkrüchtenerin. Auf der ganzen Straße seien an vier Dächern Ziegel herabgestürzt und es habe Schäden in den Gärten und an Fenstern gegeben. „Es hat nur einige Minuten gedauert. Ein Windzug kam - und mein Vater konnte gerade noch die Hunde ins Haus holen“, schildert Thielen. Zwar habe sie das Unwetter kommen sehen, aber alles ging viel zu schnell“.

In Niederkrüchten gab es insgesamt 14 Einsätze in zweieinhalb Stunden für 59 Wehrleute aus allen drei Löschzügen. Die erste Alarmierung erfolgte gegen 22.30 Uhr. Gemeldet wurde eine Rauchentwicklung. Als die Wehrleute im Bereich der Mittelstraße in Niederkrüchten eintrafen, bot sich ihnen ein anderes Bild. Die Luft war nach dem kurzen Regen voller Staub von zerschellten Dachziegeln, überall lagen Äste, dazu sogar die abgerissene Leuchtreklame eines Geschäfts. In etlichen Dachrinnen lagen noch heruntergerutschte Ziegel, die auf den Bürgersteig zu fallen drohten.

Die Feuerwehr richtete im Gerätehaus in Niederkrüchten-Elmpt eine technische Einsatzleitung ein. Weitere Meldungen kamen teils durch Anwohner, die an der Dr.-Lindemann-Straße, der Rathausstraße, der Jahnstraße und Am Kamp an weiteren Dächern Beschädigungen meldeten, teils durch Anrufer, die umgestürzte Bäume entdeckt hatten. In Elmpt hatte es die Ecke An der Beek/Dilborner Straße sowie Karlstraße getroffen, die Hochstraße von Niederkrüchten in Richtung Raderberg und die Verlängerung der Stadionstraße am Freibad. Gegen 1 Uhr waren die Wehrleute mit ihren Einsätzen fertig.

In Dülken hielt der Sturm
nur zehn Minuten an

In Viersen-Dülken ging es laut Anwohner Stefan Görges „um 23 Uhr los, der Sturm dauerte zehn Minuten“, Görges schätzt das Wetterereignis als einen kleinen Tornado ein, dieser habe eine Schneise durch die Landschaft gezogen, ähnlich wie 2018, als ein kleiner Tornado durch Viersen-Boisheim fegte und für zahlreiche Zerstörungen sorgte.

Wie heftig der Wind dort war, zeigten etwa die eingedrückten Pfosten eines massiven Metallzaunes. Rund um die Nachbarschaft an der Straße Nette seien einige Häuser abgedeckt worden, wie auch bei Stefan Görges selbst. Im Nachbargarten sei die fünf Meter hohe Spitze eines 20 Meter hohen Baumes abgeknickt worden und im Vorgarten gelandet. Am gestrigen Morgen liefen dort die Aufräumarbeiten, auch Mitarbeiter der Städtischen Betriebe waren im Einsatz.

Für die Feuerwehr in Viersen verlief die Sturmnacht im Stadtgebiet ruhig, auch wenn es nach den Vorhersagen zunächst anders ausgesehen hatte, sagt Wehrführer Frank Kersbaum am gestrigen Mittwoch: „Das Unwettertief ist an uns vorbeigezogen.“ Es habe sich wohl mehr auf den Bereich Holland konzentriert.

In Brüggen musste die Feuerwehr zwei Mal ausrücken. An der B 221/Klosterstraße in Brüggen waren zwei Bäume umgestürzt, wie Wehrführer Marcel van Montfort berichtet.

In Schwalmtal hatten die Löschzüge Waldniel und Amern bei drei Einsätzen zu tun, wie der Waldnieler Löschzugführer Toni Pascher erklärte: „Äste lagen auf der Amerner Straße vor dem Ortseingang Amern, Auch auf der K 21/Brempt lagen Bäume auf der Straße.“ Der längste Einsatz fand an der K 9 statt, die zurzeit wegen einer Baustelle gesperrt ist. „Dort waren in der Nacht zehn große Straßenbäume umgestürzt“, so Pascher. Diese konnten erst im Laufe des Mittwochs entfernt werden.

In der Stadt Nettetal verlief die Sturmnacht laut Wehrführer Dirk Heusen ruhig. „Wir hatten keinen Einsatz.“ Markus Schulz hat den Sturm verfolgt und in Nettetal mit zwei Kameras festgehalten, wie sich die Unwetter-Front dem Stadtgebiet genähert hat.

(busch-/mrö)
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