Kinder basteln Kürbisleuchten

Kinder basteln Kürbisleuchten

Kinder der Kita St. Josef waren in der Kleingartenanlage Bebericher Grund zum gemeinsamen Werken zu Gast.

Viersen. „Das sind Zauberlöffel“, meint Gerd Dousen mit einem Augenzwinkern. Dabei hält der Vorsitzende der Kleingartenanlage Bebericher Grund mehrere Löffel in die Höhe. Zehn Augenpaare mustern die Gerätschaften neugierig. „Mit denen müsst ihr ganz vorsichtig sein, sie sind nämlich scharf“, erklärt Dousen, bevor jedes der zehn Kinder der Kita St. Josef einen Löffel in die Hand gedrückt bekommt. Scharf müssen die Besteckteile auch sein, denn es geht um das Aushöhlen von Kürbissen.

Vor jedem der fünf und sechs Jahre alten Kita-Kinder steht ein Kürbis. Kleingärtner Freddy Hoppstaken hat gerade von allen Kürbissen einen Deckel heruntergeschnitten. Neugierige Blicke fallen ins Innenleben. „Wie geht das genau?“, möchte Maja wissen und piekt vorsichtig mit dem Löffel in die Masse. Dousen greift zum Löffel und macht es vor. „Ihr könnt auch, wenn ihr die Kerne und das Fruchtfleisch mit dem Löffel gelockert habt, mit der Hand hineingreifen und alles Stückchen für Stückchen herausziehen“, erklärt er.

Dann geht es los. Im Vereinsheim der Kleingartenanlage hantieren die Kinder mit den Löffeln. Ein erstes lautes „Ihh“ kombiniert mit Gekicher macht die Runde am Tisch, als die Kinderhände in die Masse greifen. Auf den Tellern türmen sich die Kerne mit Fruchtfleischfasern. „Das schmeißen wir nicht weg. Die Kerne trocknen wir, um sie im nächsten Jahr auszupflanzen und so wieder Kürbisse zu ziehen“, informiert Dousen, der genau wie die drei pädagogischen Mitarbeiter der Kita St. Josef immer wieder Hand mit anlegt, wenn der Kürbis sich als äußerst widerstandsfähig erweist.

Eyüp hat den Schabetrick am besten drauf. „Fertig“, meint der Fünfjährige voller Stolz. Aber es geht noch weiter. Dousen greift zum Schnitzmesserkasten. Schließlich braucht jeder Kürbis auch Augen, einen Mund und eine Nase. Durch die Öffnungen soll später das Licht eines Teelämpchens fallen. Schnitzmesser ansetzen, vorsichtig andrücken und Sekunden später hat der erste Kürbis ein Auge. „Toll“, meint Fatima, die genau wie alle anderen Kinder interessiert zugeschaut hat.

Dousen, Hoppstaken sowie die Kita-Mitarbeiterinnen Barbara Rosenthal, Anne Nienhaus und Irene Jütten haben alle Hände voll zu tun, denn beim Werkeln mit den Messern ist Hilfe angesagt. Lachende Kürbisgesichter entstehen. Was erst einmal mit dem Schnitzmesser vorgebohrt ist, prockeln Kinderhände vorsichtig heraus und vergrößern die Lichtöffnungen.

Schließlich stehen zehn Kürbislaternen auf dem Tisch. Dazu kommt eine aus Pappe und Transparentpapier gebastelte Martinslaterne. „Die haben unsere Kinder gebastelt und sie ist ein Dankeschön für das Kürbisschnitzen“, sagt Rosenthal.

Dann ist es soweit. In jeden der Kürbisse kommt ein Teelicht. Ein erstes Probeleuchten ist angesagt. Inzwischen haben die Kleingärtnerinnen Renate Adrians und Elenore Dousen die Tische für das gemeinsame Frühstück vorbereitet. Allen schmeckt es prima und schon jetzt freut man sich auf die nächste gemeinsame Aktion, bei der Wintervogelfutter hergestellt wird.

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