Stadt Nettetal rechtfertigt Neurologie-Antrag

Stadt Nettetal rechtfertigt Neurologie-Antrag

Der Westkreis sei bei dieser medizinischen Fachrichtung unterversorgt, heißt es. Außerdem sei die Neurologie bei der kreisweiten Bedarfsplanung vor einem Jahr kein Thema gewesen.

Nettetal. Bei der Stadt Nettetal versteht man die Kritik an dem Antrag, im Krankenhaus eine Fachabteilung für Neurologie aufzubauen, nicht. Nach Ansicht des Ersten Beigeordneten Armin Schönfelder, der auch ehrenamtlicher Geschäftsführer des Krankenhauses ist, wurde bei der Zusammenkunft der Krankenhausgeschäftsführer am 15. November 2015 keineswegs festgelegt, dass nur das Heilig-Geist-Hospital Kempen und die Alexianer Tönisvorst einen Antrag auf Neurologie-Betten stellen können. „Die Neurologie war kein Thema der Bedarfsplanung“, sagte Schönfelder bei der Bilanzvorlage des Hauses und ergänzte: „Es ging in erster Linie um die Betten.“

So habe die Stadt Nettetal keinen Grund gesehen, im Sommer keinen Antrag zu stellen. Denn das Krankenhaus am Sassenfelder Kirchweg in Lobberich verfügt über ein Bettenkontingent von 187. Somit sei die Idee, eine neurologische Fachabteilung aufzubauen, nicht abwegig. Denn der Westkreis sei in dieser Hinsicht unterversorgt, sagt Schönfeler.

Die Bewohner im Ostkreis hätten die großen Krankenhäuser in Krefeld vor der Haustür, die im Südwestkreis (Viersen) die Kliniken von Mönchengladbach. Doch an der Grenze klaffe eine Lücke, betonte Schönfelder. Deshalb habe man überlegt, sich entsprechend auszurichten.

Auch das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen hat nach dem Nettetaler Schritt inzwischen einen Antrag auf Neurologie-Betten gestellt. Nun muss die Bezirksregierung Düsseldorf entscheiden.

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner, der um die Jahreswende 2015/16 zwischen Weggang und Wiederkehr des Krankenhaus-Geschäftsführers Jörg Schneider auch intensiv mit Krankenhausangelegenheiten befasst war, sieht das Angebot einer neurologischen Abteilung als wichtigen Eckpfeiler für die Zukunft des Hauses. Durch die bauliche Erweiterung schaffe man es, diese Abteilung „im Bestand unterbringen zu können“. Deshalb habe die Stadt „den Hut auch in den Ring geworfen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Das Nettetaler Krankenhaus investiert derzeit 14,5 Millionen Euro in einen vierstöckigen Erweiterungsbau und 180 Parkplätze. Mit dem Bau gestartet werden soll Anfang 2017, bis Ende 2018 soll er fertiggestellt sein.