Grefrath: Rockige Töne mit Silbereisen

Grefrath: Rockige Töne mit Silbereisen

Mehr als 3500 Besucher kamen zum „Frühlingsfest der Volksmusik“ in Grefrath.

Grefrath. Zu Beginn ein kleiner Spaß: Ein Kameramann geht durch die Reihen und sucht sich einen Zuschauer, der sich wünschen darf, was der Moderator an diesem Abend tragen soll. Florian Silbereisen macht es spannend.

Erwählt wird schließlich eine Dame, die schnell eine Wunschbrille mit Antenne aufsetzt und schon erscheint ihr vermeintlicher Wunsch auf der Leinwand: Der fesche Moderator trägt nur eine rote Unterhose und ein Herz. "Meine rote Glücksunterhose" - Silbereisen lacht und das Publikum lacht mit.

Mehr als 3500 Besucher sind Sonntagabend ins Grefrather Eisstadion gekommen, um das "Frühlingsfest der Volksmusik" auf seiner Jubiläumstour zu sehen. 15 Jahre gibt es die Show bereits. Mary Roos, Marianne und Michael, Stefan Mross und Stefanie Hertel, Michael Hirte - so prominent die Namen, so professionell ist das Musik- und Tanzprogramm.

Vor der aufgemalten Waldkulisse geht es heimelig zu. Es geht um Liebe, Heimat und Harmonie. Mary Roos verrät das Rezept ihres jahrzehntelangen Erfolges: "Man muss immer man selbst bleiben." Und Michael verrät das Rezept einer guten Ehe: "Meine Frau ist glücklich und ich bin verheiratet."

Für die etwas rockigeren Töne ist an diesem Abend die Hey Mann! Band, die Nachfolger der Zillertaler Schürzenjäger, zuständig. Eine Gruppe Fans, "Die jungen Spinner" aus Mönchengladbach und aus Bad Essen bei Osnabrück, feuern die Band mit Transparenten, viel Applaus und Zugabe-Rufen an.

"Die Hey Mann Band ist super, und auch wie Florian moderiert, das macht einfach Spaß", urteilt Martin Kuttler. Der 60-Jährige aus Mönchengladbach mag Volksmusik, auch wenn er für diese Leidenschaft manchmal belächelt wird. Er vergleicht Volksmusik mit bekannten Fast-Food-Restaurants: "Alle sagen, dass es ihnen nicht schmeckt, aber alle gehen hin. Schauen Sie sich doch hier einmal um", sagt er und deutet auf die Menschenmenge.

Hochstimmung kommt kurz vor der Pause auf, als die Stars bekannte Volkslieder anstimmen. Bei Stücken wie "Hoch auf dem gelben Wagen" oder "Tulpen aus Amsterdam" stimmt das Publikum begeistert mit ein und schunkelt im Takt. Bei dem Auftritt von Christoff, dem Superstar aus Belgien, wie er vorgestellt wird, will der Stimmungsfunke aber nicht so recht überspringen. Zur Polonaise durch die Eishalle erheben sich nur knapp 100 Menschen von den Stühlen.

Bieke van Daele ist dennoch begeistert. Die Belgierin feiert an diesem Tag ihren 24. Geburtstag. Auf dem Kopf trägt sie aus diesem Anlass einen Haarreifen auf dem Sterne wie an Fühlern befestigt sind. "Ich bin schon seit 15 Jahren Fan von Christoff und reise zu Konzerten in Belgien, den Niederlanden und Deutschland", erzählt sie. Sie mag das Ambiente bei der Volksmusik und dass die Musik einfach gute Laune macht. Auch Florian Silbereisen mag sie sehr, daher hat sie Blumen für ihn mitgebracht.

Der Moderator aus Bayern ist der Star des knapp dreistündigen Programms im Grefrather Eisstadion - ob er auf der Bühne Turnübungen zeigt, mit seinem Freund Stefan Mross Faxen macht oder im Scheinwerferlicht romantische Stücke auf dem Akkordeon spielt. Dem Publikum gefällt’s und es spart nicht mit Applaus.

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