Niers-Geflüster: Grefrath: Jede Menge Kultur - Musik und Lesungen

Niers-Geflüster : Grefrath: Jede Menge Kultur - Musik und Lesungen

Im heutigen Niers-Geflüster geht es um Stimmgewalt, Kreativität und Erinnerungen.

Grefrath. Die Niederrheinische Chor-Gala war ein voller Erfolg. Vier Chöre, der Arnold-Chor Kempen, der Männerchor „ergo cantamus“ aus Anrath die „Tonköpfe“ Willich und der Oedter Frauenchor boten ein breites Spektrum an musikalischer Vielfalt. Die Albert-Mooren-Halle war ausverkauft und Pächter Christian Karpenkiel, musste, um dem Besucherandrang gerecht zu werden, schnell noch Stühle dazu stellen. „Ein phantastischer Erfolg“, freute sich auch der Präsident des Chorverbandes Linker Niederrhein, Hans-Theo Ohlenforst, der den Abend souverän moderierte.

Foto: Reimann, Friedhelm (rei)

Den ersten Teil des Konzertes bestritten „Ergo cantamus“ unter der Leitung von Stefan Thomas. Zu hören waren unter anderem „Plovi, Plovi“ von Rado Simoniti, das „Vater unser“ von Hanne Haller in einem Arrangement von Ottmar Nachrodt. Nach dem eher gefühlvollem Start rockte der Frauenchor Oedt mit Liedern von „Rolling in the Deep“ von Adele bis „Bohemian Rhapsody“ von Queen den Saal. Chorleiter Christian Wilke begleitete seinen Chor am Klavier und griff selbst zum Mikrofon.

Foto: Reimann, Friedhelm (rei)

Nach der Pause folgten die „Tonköpfe“ unter der Regie von Andrea Kautny. Empathische Bewegungen auf der Bühne interpretierten gleichzeitig den musikalisch vorgetragenen Inhalt von der Muppetsshow bis „Tage wie diese“ und „Die Gedanken sind frei“ in einem Arrangement von Oliver Giessvoll. Der Arnold Chor Kempen füllte dann mit seinen 40 Sängern stimmgewaltig den Saal. Die Leitung hatte Stefan Thomas. Am Ende des Konzertes gab es die Kombination der beiden Männerchöre und „Landerkennung“ von Edvard Grieg. Dirigiert von Stefan Thomas, der auch mit seiner Baritonstimme als Solist einen hervorragenden Beitrag leistete sowie Christian Wilke am Flügel.

Foto: Reimann, Friedhelm (rei)

Vielfalt (er)leben! — unter diesem Motto steht das Leben und Lernen an der Schule an der Dorenburg in Grefrath. Das gilt seit diesem Schuljahr aber nicht mehr nur für Schüler und Lehrer. Denn neben den 66 neuen Fünftklässlern, die nach den Ferien eingeschult wurden, ist die Schule jetzt auch um tierischen Nachwuchs reicher. Edelkrebse und die größten Schmetterlinge der Welt haben in der Schule ein Zuhause gefunden. Die Krebse, die vom Aussterben bedroht sind, sind in ihr Aquarium gezogen. Im Vorfeld haben die Schüler im Rahmen des Edelkrebsprojektes NRW viel Wissenswertes über die Tiere erfahren, zum Beispiel über Körperbau und Lebensweise. Zu guter Letzt durften sie das neue Zuhause der Krebse einrichten.

Weiterer tierischer Nachwuchs der Sekundarschule muss erst noch schlüpfen. Mehrere Atlasspinner haben sich verpuppt und werden unter Aufsicht des Biologielehrers Kevin Rzepkowski in etwa sechs Wochen als Schmetterlinge aus dem Kokon flattern. Die Raupen aus Südostasien werden zu den größten Schmetterlingen der Welt und erreichen eine Größe von bis zu 30 Zentimetern. Als Raupen leben sie mehrere Wochen, als Schmetterlinge allerdings nur wenige Tage. Die beiden naturwissenschaftlichen Projekte sollen den Schülern einen respektvollen Umgang mit der Natur sowie den Wert der Artenvielfalt von Tier- und Pflanzenwelt näher bringen.

„Eine magische Zeit — 1950 - 1970, Kinder- und Jugenderinnerungen“ — unter diesem Motto lädt das Evangelische Altenzentrum Oedt für Dienstag, 11. September, zu einer Lesung von 18.30 bis 19.30 Uhr in den Seminarraum an der Oststraße 9 ein. Paul Sonn, Buchautor aus Mönchengladbach, wird einige Abschnitte aus seinem gleichnamigen Buch vortragen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der Oedter Heimatverein ist beim internationalen Denkmaltag dabei. Der ist am 9. September. Und an diesem Tag öffnen die Heimatkundler nicht nur die Burg Uda von 11 bis 17 Uhr, sondern auch ihr Museum im Keller des Rathauses an der Johannes-Girmes-Straße 21, von 11 bis 17 Uhr, sondern auch St. Vitus. Dort gibt es nach der Sonntagsmesse etwa gegen 10.30 Uhr eine Kirchenführung. Im Fokus stehen dann auch die Glocken der Kirche.

Die vielfach ausgezeichnete Krimiautorin Mechtild Borrmann stellt am 15. Oktober ihren neuen Roman „Grenzgänger“ in der Grefrather Buchhandlung Karl Groß,Hohe Straße 25, vor. Der Roman behandelt ein düsteres Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte: Heimkinder in den 50er und 60er Jahren. Borrmann, Jahrgang 1960, erzählt in ihrer eigenen Sprache die Geschichte einer Familie, der der Kaffee-Schmuggel — zu dieser Zeit schmuggelten viele Familien — zum Verhängnis wird. Die 17-jährige Tochter kommt wegen des Schmuggels in eine Besserungsanstalt, ihre Geschwister sterben. Später entwickelt sie sich zu einer lebenshungrige Frau, die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt. Mit Spannung und Zeitgeschichte verknüpft, ist dieser Roman packend wie auch aufwühlend. Bei Interesse wird um rechtzeitige Voranmeldung gebeten. Die Tickets kosten 15 Euro, es gibt keine Abendkasse. Beginn ist um 20 Uhr. Das Buch erscheint am 1. Oktober.

„Das Konzert war ein voller Erfolg. Es waren über 20 Gäste in meinem Wohnzimmer“, freut sich Morena Hommel über den Erfolg ihres jüngsten Hutkonzertes mit „Inkfields“ in der Kulturscheune in Mülhausen. Hinter „Inkfields“ verbirgt sich der schottische Singer-Songwriter Samuel James-Griffiths. „Seit dem vergangenen Jahr, wo er schon einmal hier war, hat er noch mehr an seiner Stimme gearbeitet. Sie ging durch Mark und Bein“, ist Hommel begeistert. Und: „Was das Publikum völlig faszinierte, war, dass man spüren konnte, dass er seine Leidenschaft lebt.“ Dafür habe er alles aufgegeben. Und im vergangenen Jahr seien ihm auch noch alle Instrumente gestohlen worden. Er habe sich Geld von Bekannten leihen müssen, um neue zu kaufen. „Mit Straßenmusik hat er sich das Geld für die Rückzahlung verdient“, weiß Hommel. Sie vermutet, dass es „wahrscheinlich seine Ausstrahlung und tiefe Dankbarkeit waren, die den Abend so überwältigend erschienen ließen. Dies zeigte sich auch am Morgen nach dem Konzert, als er dem Nachbarn beim Erde fahren geholfen hat.“

Morena Hommel veranstaltet nicht nur Konzerte, ist ist auch selbst kreativ tätig. Und gibt ihr Wissen gerne weiter. Was steckt wirklich in dir? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Teilnehmer von zwei Kursen „Raum-Zeit-Erleben“ unter ihrer Leitung. Die Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Verbinde dich wieder mit der Natur, mit Ton — einfach mal tun und dann erkennen“. Die Kurse finden regelmäßig mittwochs statt, einmal von 9 bis 12 Uhr und einmal von 17 bis 20 Uhr. Drei Stunden kosten 49 Euro. Es wird mit Ton gearbeitet, der zum Preis von fünf Euro gestellt wird. Treffpunkt sind die Räume der Kulturscheune an der Hauptstraße 53-55 in Mülhausen. Zusätzlich können auch Einzelkurse gebucht werden. Weitere Infos und Voranmeldung unter Tel. 0176/63031579 oder per E-Mail:

info@kunstundkulturelles.de

Das Grefrather Eissportzentrum verwandelt sich am Sonntag, 16. September, in einen farbenfrohen Stoffmarkt. Zum zweiten Mal kommt der niederländische „Stoffencircus“ nach Grefrath und bringt von 11 bis 17 Uhr über 100 Stände mit einem großen Angebot an Stoffen, Tüchern und Zubehör ins Eisstadion an der Stadionstraße 161. Die Besucher haben zudem die Möglichkeit, sich Inspirationen für neue Mode, Gardinen, Polster und andere Heimtextilien zu holen. Sowohl erfahrene Näher als auch Anfänger könnten fündig werden. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Infos gibt es im Internet:

www.eisstadtion.de

www.stoffencircus.nl

Aufgrund von Renovierungsarbeiten ist die Villa Vertigo momentan geschlossen. Mit Abschluss der Bauarbeiten steht der Sauna-Club unter neue Leitung und neuem Namen: Aus Villa Vertigo wird „Villa Vanilla“ - dem Reim sei Dank. Bekannte Gesichter und neue Ideen kündigt der neue Betreiber auf der Webseite an.

Pro Schola, der Förderverein der Liebfrauenschule Mülhausen, lädt am Freitag, 21. September, zu einer Lesung mit Beate Felten-Leidel ein. Ab 19 Uhr wird die gebürtige Grefratherin, die heute in Köln als Schriftstellerin, Anglistin und Übersetzerin lebt und arbeitet, in der Bibliothek des Grefrather Gymnasiums an der Hauptstraße 87 vorlesen. Die Lesung ist über die zum Ende des vergangenen Schuljahres in den Ruhestand getretene langjährige stellvertretende Schulleiterin Gabriele Beeck zustande gekommen. Felten-Leidel war Klassenkameradin von Beeck und damit ebenfalls ehemalige Liebfrauenschülerin. Die Autorin wird aus ihren beiden Winnie-Büchern lesen. Darin hat sie ihre persönliche Geschichte und Charaktere der Liebfrauenschule eingewoben. Einlass für die einstündige Lesung ist um 18.30 Uhr. Hinterher steht die Schriftstellerin für Gespräche zur Verfügung. Ein Büchertisch ist aufgebaut, Felten-Leidel signiert ihre Werke. Der Eintritt ist frei.

Mehr von Westdeutsche Zeitung