Kempen: Klarinettist Sebastian Manz zu Gast im Thomaeum

Kempen: Klarinettist Sebastian Manz zu Gast im Thomaeum

Er versuchte, Schülern die Klassik näher zu bringen. Zum Vorführen hatte Sebastian Manz eine A- und eine B-Klarinette mitgebracht. Die B-Klarinette klingt strahlender und wird gerne für schnelle Stücke eingesetzt, die A-Klarinette ist ein bisschen länger und klingt dunkler, für die langsameren Stücke.

Kempen. Was kostet eigentlich eine Klarinette? Wie lange muss man als Profi täglich üben? Hören sich lackierte Instrumente anders an? Die Schüler der 5. Und 6. Klasse des Thomaeums hatten Fragen über Fragen. Im Rahmen des Projekts "Rhapsody in School" und in Zusammenarbeit mit dem Verein "Kempen Klassik" war der Klarinettist Sebastian Manz gestern Morgen zu Gast im Thomaeum.

Der 24-Jährige hatte am Vorabend ein Konzert in der Paterskirche gegeben. Nun kam er ganz entspannt in Turnschuhen und stellte sich den Fragen der Jungen und Mädchen.

Einen regelmäßigen Tagesablauf gibt es für Musiker nicht, erzählt Manz. Da er meist abends fit und konzentriert sein muss, schläft er gerne lang. Mal hat er viel Zeit zum Üben, dann probt er den ganzen Tag. Und mal muss er schon um 5 Uhr morgens den Zug nehmen, um pünktlich bei einem Auftritt zu sein. Seit er sieben Jahre alt ist, spielt Manz Klarinette.

Wichtig für den Klang sei das Blatt, erklärt der Musiker. Das Holzplättchen ist am Mundstück befestigt und sorgt für die Schwingung. "Die Blätter sind sehr empfindlich", sagt Manz. Das Blatt muss immer angefeuchtet werden. "Wenn man kein Wasser zur Verfügung hat, nimmt man halt Spucke", sagt Manz und schiebt sich das Holzstückchen in den Mund. Im Internet habe er gesehen, dass es sogar Blätter mit verschiedenen Geschmacksrichtungen gebe.

Eine handfertige Klarinette kann einige 1000 Euro kosten. Zum Vorführen hatte Sebastian Manz eine A- und eine B-Klarinette mitgebracht. Die B-Klarinette klingt strahlender und wird gerne für schnelle Stücke eingesetzt, die A-Klarinette ist ein bisschen länger und klingt dunkler, für die langsameren Stücke.

Die Schüler, die teils in der Bläserklasse des Gymnasiums selbst Instrumente erlernen, stellen dann auch sehr detaillierte Fragen. Ob eine lackierte Klarinette anders klingt? "Da wird viel experimentiert", sagt Sebastian Manz. Es gebe Vermutungen, dass das Metall der Klappen ausschlaggebend für den Klang sein könnte.

Ob er sich auch schon einmal verspielt hat? Klar, komme das vor. Wichtig sei, sich nichts anmerken zu lassen. Dann merke häufig keiner, dass etwas schief gelaufen ist.

Bei so vielen Fragen vergisst der Musiker fast, vorzuspielen. "Sie wollten uns auch noch zeigen, wie sich die Blättchen anhören", fordert eine junge Kempener Zuhörerin. Und der Musiker legt los.

"Das fand ich am interessantesten", sagt Denice (11) am Ende, "wie unterschiedlich die Mundstücke klingen". Marlene (9), die selbst Klarinette spielt: "Ich fand es interessant, dass man auch mit 6er-Blättern spielen kann." Und auch Maik (11) hat es gefallen: "Das meiste von dem, was wir gehört haben, wusste ich noch nicht."

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