Dalma, Jenny und Mattes wecken Lebensfreude

Dalma, Jenny und Mattes wecken Lebensfreude

Drei Hunde besuchen demenzkranke Senioren.

Kempen. Im Grunde funktioniert Dalma ziemlich einfach. So wie die meisten Hunde. Um sie glücklich zu machen, braucht es nicht viel mehr als zwei Dinge: „Für Streicheleinheiten und Leckerchen tut sie alles“, sagt Karin Schneider. Und die kennt den neunjährigen Rottweiler-Berner-Sennenhund-Mischling als Frauchen ziemlich gut.

Seit dem vergangenen Sommer besucht Schneider mit ihrer Hündin einmal in der Woche die Demenzstation des St.-Peter-Stifts. Etwa 15 Senioren stehen auf der Besuchsliste.

Innerhalb einer Stunde gehen Frauchen und Dalma von Zimmer zu Zimmer. „Das ist für die Bewohner eine schöne Ablenkung, die freuen sich einfach nur“, erzählt Schneider. Die meisten haben schon ein Leckerchen parat, wenn sie wissen, dass Dalma kommt. „Die muss ich zu Hause gar nicht mehr füttern“, sagt die Rentnerin.

Über die Freiwilligenagentur sei sie auf das ehrenamtliche Angebot gestoßen. „Als Rentnerin habe ich ja alle Zeit der Welt“, begründet sie ihr Engagement. Neben Karin Schneider besuchen auch Barbara Ziemann-Martens und Manfred Honnacker mit ihren Hunden Jenny und Mattes die Senioren. Mattes ist der dienstälteste „Besuchshund“, er kommt seit 2009 in das Seniorenheim.

Sabine Sandmann leitet den Sozialen Dienst des Stiftes. Auf die Betreuung von Demenzkranken lege die Einrichtung ein besonderes Augenmerk. Neben Bastel- und Gesangsstunden sollen die Besuche der Hunde die Senioren aktivieren. „Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Tiere können mit ihrer Art Lebensfreude wecken. Manche Bewohner blühen richtig auf“, sagt Sandmann.

Dabei ist nicht jedes Tier für den ehrenamtlichen Job geeignet. „Die müssen schon ruhig sein und nicht etwa bellend auf die Leute zugehen“, erläutert sie.

In Anbetracht von Dalmas stattlicher Erscheinung waren einige Bewohner zunächst zurückhaltend. Der Hund bringt immerhin knapp 50 Kilogramm auf die Waage. Doch die Angst hielt nicht lange an. Ein Bewohner freut sich so sehr, dass er zu singen beginnt, wenn Dalma kommt. Doch: „Das mag sie gar nicht, dann läuft sie immer weg“, sagt Schneider.

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