Kempen : Grün hat an Stellenwert gewonnen

Der Baumschulverband NRW tagte in Kempen und besuchte den Betrieb der Familie Höfkes. Immer mehr Menschen investierten in den Garten und in Grün, so der Tenor.

Es war ein „großer Bahnhof“, den die Familie Höfkes auf dem Gelände ihrer Baumschule an der Unterweidener Straße begrüßen durfte. 65 Mitglieder des Baumschulverbandes NRW besuchten den Betrieb von Vater Rudolf Höfkes und seinem Sohn Sohn Axel. „Wir fühlen uns geehrt, dass sie alle zu uns kommen“, machte der 73-jährige Betriebs-Senior deutlich. 

Die Gäste hatten zuvor in den Hallen der Deula ihre für den Januar vorgesehen Mitgliederversammlung mit Wahlen von Beisitzern, Vorträgen und Diskussionen  durchgeführt. „Wir haben sie wegen Corona verschoben“, erläuterte der Vorsitzende des Verbandes, Christoph Dierksen. „Wir haben das dann bewußt in den August gelegt in die Woche vor der Einschulung. Und die Sommertagung machen wir sonst, wenn wir irgendwo eine Besichtigung machen. Da haben wir beides in einen Rutsch miteinander verbunden.“ Und Höfkes sei der passende Betrieb dazu gewesen. „Privat und klein aufgestellt, das hat uns interessiert. Und nach so langer Zeit wegen Corona ist auch der Austausch wichtig“, unterstrich Dierksen.

Zuvor gab es eine gut dreiviertelstündige Führung durch das insgesamt zwölf Hektar größe Gelände, von denen insgesamt sieben für die Produktion genutzt werden. Axel Höfkes erläuterte dabei die Grundphilosophie, möglichst plastisch die möglichen Pflanzen-Kombinationen vor Ort darzustellen, führte die Gäste am idyllisch gestalteten Teich und der „kleinen“ Baumschule für Kindergärten vorbei, verwies auf die alle zwei Jahre stattfindende Kunstausstellung mit Künstlern aus ganz Europa und über 10 000 Besuchern an einem Wochenende.

Danach erfolgte Fachsimpelei bei Kaffee und Kuchen. Viele wollten Obst im Garten haben, sagte Geschäftsführer Axel Höfkes. Die Lust am Gärtnern sei gewachsen. „Und das Umweltbewutsein ist stärker.“ Sein Kollege Christoph Hau aus Bornheim konnte ihn da nur bestätigen.  „Grün hat an Stellenwert gewonnen.“ Gerade Bienennährgehölze seien voll im Trend, sagte Höfkes. „Jeder Zweite fragt danach.“ Stauden und Blütengehölze wie Jasmin oder Schneeball verkauften sich immer mehr. „Und heimsche Gehölze wieder in den Garten zurückholen“, das sei ein Riesenthema.

Immer mehr Menschen verstünden, dass es Sinn macht, in Grün zu investieren, ergänzte NRW-Verbandschef Dierksen. Viele Städte legten Sonderprogramme für Grün in der Stadt auf. „Der Boom ist ungebrochen.“

Zum Abschied vom Gelände gab es von den Tagungsgästen wie Gerhard und Hedwig Schmitz aus Kaarst Komplimente für den Betrieb. „Wir sind begeistert. Das ist gartenschaumäßig hier – außergewöhnlich.“