In Willich soll es bald abends einen Markt geben

CDU-Antrag : Willich: Einstimmig für den Abendmarkt

Neue Angebote sollen die Innenstädte beleben. Im Gespräch ist auch ein „junger Markt“ in Schiefbahn.

Was ist eigentlich ein „Junger Markt?“ Diese Frage muss demnächst ein von der Stadt Willich beauftragtes Gutachterbüro beantworten. Denn der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, dass eine Machbarkeitsstudie zu einem solchen Angebot in Schiefbahn erstellt werden soll.

Die Frauenunion hatte eine Attraktivierung der Willicher Wochenmärkte vor zweieinhalb Jahren erstmals angestoßen – und so langsam sieht es danach aus, als ob davon auch etwas umgesetzt wird. Der „Junge Markt“, so erfuhr die WZ von Ratsfrau Barbara Jäschke, Vorsitzende der CDU-Frauen, soll sich dabei mit seinen Angeboten an ein jüngeres Publikum, zum Beispiel Familien mit Kindern, richten. Auch von den Uhrzeiten her soll er an dieses Klientel angepasst werden: Nachmittags oder in den frühen Abendstunden könnte er stattfinden.

Dietmar Winkels (SPD) regte im Hauptausschuss die Prüfung an, ob ein solcher Markt nicht auch auf dem Edeka-Parkplatz angesiedelt werden könnte, stieß damit aber auf wenig Gegenliebe. Dazu sagte die Technische Beigeordnete Martina Stall: „Ein Markt lebt nicht nur von den Beschickern, sondern auch von der Atmosphäre und der Gastronomie drumherum.“ Der Hubertusplatz sei daher besser geeignet.

Dafür plädierte auch Rainer Höppner (CDU), der an der Hochstraße ein Damenmode-Geschäft hat: „Der Markt muss in der Innenstadt bleiben.“ Jeder Ansatz, die Innenstädte zu beleben, wird vom Vorsitzenden der Schiefbahner Werbegemeinschaft aber begrüßt.

Die Frauenunion hat kürzlich auch einen Ausflug nach Kempen gemacht. Und sich dort den schönen Feierabendmarkt angeschaut, der seit Mai an jedem ersten Mittwoch im Monat stattfindet – zunächst einmal auf Probe. Ein solches Angebot hätte man in Willich gerne, wenngleich die Frauenunion laut Barbara Jäschke einige Verbesserungsvorschläge hat: „In Kempen war uns zu viel Gastronomie.“

 Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Bäumges betonte im Ausschuss: „Es wäre schön, wenn es ein solches Angebot auf dem Willicher Marktplatz im nächsten Jahr gäbe, wenn er fertig umgestaltet ist.“ Ein Problem allerdings: Die Marktbeschicker sind sehr zurückhaltend, was zusätzliche Markttage angeht.

Vom Tisch ist die Idee, einen Samstagsmarkt in Alt-Willich zu etablieren. Eine Abfrage bei den Beschickern des donnerstäglichen Wochenmarktes verlief ernüchternd: Nur zwei sagten zu, vier sagten „eventuell“, und zehn haben kein Interesse. Den Vorschlag der Verwaltung, nun noch ein Gutachten dazu in Auftrag zu geben, lehnte die Politik ab. Dietmar Winkels: „Das Geld können wir uns sparen.“

Chancen sieht die Politik dagegen für einen Freitagabendmarkt nach Kempener Vorbild. Statt der 25 Stände des Wochenmarktes bauen 14 der regulären Marktbeschicker ihr Angebot auf, ergänzt um ein zusätzliches Speisen- und Getränkeangebot mit Wein, Cocktails, Tapas. Zudem tritt ein Musiker auf, und es werden Bierzeltgarnituren aufgestellt.

So etwas auch in Willich umzusetzen, war zwar schon 2017 beschlossen worden. Mangels Personal bei der Stadtverwaltung waren die Vorbereitungen dazu aber ins Stocken geraten. Hinzu kam der Marktplatzumbau.

Zwar war auch die Abfrage bei den Marktbeschickern zu einem Feierabendmarkt nicht viel ermutigender als bei einem Samstagsmarkt, aber „die Erfahrungen aus Kempen werden dennoch zum Anlass genommen, das Interesse an einer Feierabendmarktbeschickung explizit schriftlich abzufragen“, schreibt die Veraltung in ihrer Vorlage. Darauf verständigte sich die Politik dann auch einstimmig. Eine Agentur soll sich dann um die Realisierung kümmern, und möglichst schon im kommenden Jahr soll von Mai bis September als Pilotprojekt monatlich ein Abendmarkt mit kulinarischem Schwerpunkt stattfinden.

(WD/msc)
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