Wülfrath: Politik hat Sanierungsgebiet beschlossen

Wülfrath: Politik hat Sanierungsgebiet beschlossen

In diesem Sanierungsgebiet sind die Flächen zu finden, die die Stadt verändern oder neu aufstellen will. Die Verwaltung will auf diese Weise öffentliche Mittel einwerben.

Wülfrath. Mit dem Blick auf die Stadtkasse und den millionenschweren Kreditbelastungen ist Wülfrath ein Sanierungsfall. Ohne Geld ist es auch schwer, Wülfrath städtebaulich weiter zu entwickeln. Aus diesem Grund hat der Stadtplanungsausschuss ein Sanierungsgebiet Stadtkern beschlossen. "Über dieses Vehikel werden wir in die Lage versetzt, öffentliche Mittel von Land und Bund einzuwerben", sagt Planungsamtsleiterin Christine Singh.

Sanierungsgebiet Stadtkern - "das hört sich natürlich fürchterlich theoretisch an", weiß Singh. Dass es sich dabei jedoch nicht um ein willkürlich ausgewähltes Areal handelt, hebt Singh hervor. In diesem Sanierungsgebiet sind die Flächen zu finden, die die Stadt verändern oder neu aufstellen will. "Die Stadt ist in einem Umbruchprozess. Den wollen wir gestalten. Und dafür benötigen wir Gelder, die die Stadt nicht hat, oder Investoren in der Finanzkrise nicht aufbringen können und wollen", so Singh.

Aus Sicht von Singh wurde der Prozess mit der Perspektivenwerkstatt vor drei Jahren gestartet. Das beschlossene Einzelhandelszentrenkonzept zählt demnach ebenso dazu wie vor allem das Stadtentwicklungsprogramm.

"In diesem Programm werden in Kürze konkrete Maßnahmen beschrieben, die umgesetzt werden sollen. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen: Das Handeln aller Akteure soll auf ein gemeinsames Ziele eingeschworen werden - "zur Sicherung und Entwicklung der Innenstadt als Wohn-, Arbeits-, Einkaufs- und Identifikationsmittelpunkt", wie es im Beschluss heißt.

"Um das zu erreichen, müssen Defizite benannt werden", sagt Singh. Mit dem Beschluss signalisiere die Politik: "Ja, es gibt gewisse Missstände." Damit räume man ein, dass das, was Experten mit einer Tendenz zum "Trading Down" bezeichnen, für Wülfrath nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Diese Einschätzung, unterstreicht Singh, müsse aber vorsichtig interpretiert werden. "Hier geht nichts bergab. Aber mit Hilfe von Stadtentwicklungsprogramm und dem Sanierungsgebiet soll einem Abwärtstrend im Vorfeld begegnet werden."

In das Sanierungsgebiet fallen nicht nur Themen wie das Rathaus-Areal. "Der Leerstand in Innenstadtgeschäften, die aktuelle Situation rund um den Wareplatz oder auch der Rückgang der Wohnbevölkerung in dem fraglichen Gebiet sind zum Beispiel Missstände, denen wir konkrete Maßnahmen entgegen setzen wollen", sagt Singh.

Zu den unterschiedlichen Bereichen würden häufig Fördermöglichkeiten bestehen. "Und wir wollen ran an diese Töpfe, um etwas positiv zu verändern." Singh kann sich vorstellen, dass aus diesem Grund weitere Sanierungsgebiete außerhalb des Stadtkerns beschlossen werden.