„Scheibenwischer“ bieten feines Kabarett

„Scheibenwischer“ bieten feines Kabarett

Laien-Darsteller nehmen lokale Themen und stadtbekannte Persönlichkeiten aufs Korn.

Wülfrath. Bereits seit Wochen waren die Karten für den kabarettistischen Abend der „Scheibenwischer“ vergriffen. Mit ihrem 30. Programm rückten die Akteure auch diesmal das Geschehen in Wülfrath, aber auch Geschichten aus aller Welt, in den Mittelpunkt ihrer satirischen und manchmal auch sarkastischen Show „Holla, dem Waldfee!“. Die sieben Laien-Darsteller der „Scheibenwischer“ heißen Barbara Fuchs, Jennifer Schulz, Martina Seidel, Thomas Ackermann, Lothar Meunier, Ulrich Neumann und Hendrik Schlieper, und sie brachten ein rund zweistündiges Programm auf die Bühne, das vor allem immer dann glänzte, wenn es um die Themen mit viel Lokalkolorit ging.

Mit interaktiven Elementen, Video-Einspielungen und klassischem Kabarett nahmen sie nicht nur Bürgermeistern Claudia Panke ins Visier, sondern auch die mehr oder weniger bekannten Geschichten von nebenan, die von den meisten der anwesenden Gäste in der ausverkauften Kathedrale mit einem wissenden Schmunzeln und lautstarkem Applaus honoriert wurden. Dazu die Themen, die das Weltgeschehen bestimmen. Bei der Flüchtlingskrise bewiesen die „Scheibenwischer“ viel Fingerspitzengefühl und ersetzten Polemik durch Wortwitz und intelligente Satire. Weitere Themen waren die TV-Landschaft, Volksverdummung, „Denglisch“ oder das politische Geschehen in Berlin.

Höhepunkt des Abends waren einmal mehr die zwei älteren Herren, die mit Stock und Hut gemeinsam auf einer Parkbank verweilen und gemeinsam einen Blick auf Wülfrath und die Welt warfen. Ein Klassiker, der auch bei „Holla, dem Waldfee!“, das aus insgesamt 26 Szenen, Liedern und Einspielern bestand, nicht fehlte.

Die Akteure betonen, dass es sich bei den „Scheibenwischern“ um eine echte Gemeinschaftsleistung von sieben Laien-Schauspielern handelt, die nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und jeder für sich die prägnantesten und witzigsten Einfälle einbringen. Am Ende lebt das Programm von seinen engagierten Darstellern, aber auch vom treuen Publikum, das seit Jahren stets voller Erwartungen zu den Veranstaltungen des nach eigenen Angaben „ältesten Wülfrather Kabarett-Ensembles“ pilgert. chb

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