Die Helfer-Börse boomt

Inzwischen sind 406 Personen bei der Freiwilligenbörse registriert. Sie engagieren sich in den verschiedensten Bereichen.

Ratingen. Die Zahl der Menschen, die sich ehrenamtlich in Ratingen engagieren wollen, hat im vergangenen Jahr zugenommen. Das geht aus einer Statistik der Freiwilligenbörse Ratingen hervor. Dort können sich Menschen melden, die sich in sozialen Einrichtungen, Vereinen, aber auch in Privathaushalten engagieren und Gutes tun wollen. Die Börse vermittelt dann die registrierten Ehrenamtler an die Trägerverbände, die mit der Börse zusammenarbeiten. Dazu zählen beispielsweise Awo, Caritas, Diakonie oder Kinderschutzbund.

Am Ende des Jahres 2011 waren 406 Personen bei der Freiwilligenbörse registriert, 86 von ihnen haben sich erstmalig als neue Freiwillige in die Kartei eintragen lassen. 2008 waren es gerade einmal 221 Freiwillige, die gemeldet waren.

„Den Anstieg der Zahl der Ehrenamtlichen werten wir als absoluten Erfolg“, sagte Dorit Schäfer, Sprecherin der Freiwilligenbörse. Gestern zog sie Bilanz für das Jahr 2011. Mit dabei war auch Edith Bohnen, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen, die die Börse „als einen Knüller schlechthin für Ratingen“ bezeichnet. Und den Zahlen nach zu urteilen, liegt sie damit richtig: Denn nicht nur die Zahl der Ehrenamtler hat zugenommen, viele konnten tatsächlich auch an Einrichtungen und Privathaushalte vermittelt werden — 106 Personen haben ehrenamtliche Arbeit aller Art erledigt. „Das ist ein guter Wert, auf den wir stolz sind“, sagte Schäfer. Natürlich könnten noch mehr Ehrenamtler vermittelt werden. Aber Menschen und Ehrenamt müssten auch zusammen passen. „Es ist ja oft so, dass diejenigen, die sich freiwillig engagieren wollen, schon genau sagen, was sie machen möchten. Diese Wünsche wollen wir berücksichtigen. Dann stimmt auch die Motivation“, sagte Schäfer.

Als Erfolg werten die 13 Mitarbeiter der Freiwilligenbörse auch, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Migranten gemeldet haben, die ehrenamtlich aktiv werden wollen. Eine genaue Statistik zur Migranten-Quote gibt es aber nicht. „Viele sagen, dass sie bei ihrer Ankunft in Deutschland selbst unterstützt worden sind und sie nun etwas zurückgeben möchten“, sagte Anne Töller, ebenfalls als Ehrenamtler bei der Freiwilligenbörse.

Die Freiwilligen erledigen verschiedenste ehrenamtliche Aufgaben. Das kann die Hausaufgabenbetreuung sein, der Besuchsdienst im Seniorenheim, die Kinderbetreuung — manchmal auch nur für ein paar Stunden — oder die Begleitung bei Behördengängen. Es gibt aber auch ungewöhnliche Tätigkeiten. „Wir konnten auch schon Dolmetscher, die chinesisch sprechen konnten, vermitteln. Oder aber auch einen Zauberkünstler“, sagt Gisela Porten von der Freiwilligenbörse.

Ein neues Wirkungsfeld für die Ehrenamtler könnte auch die neue Justizvollzugsanstalt werden. „Jetzt, da die Ulmer Höh’ quasi auf Ratinger Stadtgebiet ist, ist es denkbar, dass auch dort Ehrenamtler aktiv sein können“, sagte Bohnen.

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