Judo: Die Familie Pintsis lebt für den Judosport

Judo : Die Familie Pintsis lebt für den Judosport

Die Brüder Christos und Vasilios Pintsis vom TSV Einigkeit Dornap-Düssel haben ein Ziel: die Deutsche Meisterschaft.

Seitdem sie denken können, stehen die Brüder Christos und Vasilios Pintsis auf der Matte und eifern Papa Petros Pintsis nach. Das Familienoberhaupt war in seiner aktiven Zeit international unterwegs und stieg bis in die zweite Bundesliga auf. Beim TSV Einigkeit Dornap-Düssel trainiert das Vater-Söhne-Gespann
regelmäßig.

Und auch wenn Christos mittlerweile seinen Meister – zumindest erfolgstechnisch – übertrumpft hat, mit dem TSV Bayer Leverkusen in der ersten Bundesliga kämpft und regelmäßig im Olympia Stützpunkt in Köln trainiert, sagt er überzeugt: „Mein Vater ist der beste Trainer.“ Er kenne seine Jungs am besten und treibe sie immer wieder an. „Papa war schon immer unser Vorbild und auch heute noch“, sagt Vasilios.

Neid kommt in der Familie
Pintsis auf keinen Fall auf

Der 19-Jährige ist zwar nicht so erfolgreich wie sein Bruder Christos, Neid kommt in der Familie deswegen aber nicht auf, versichert er. Er profitiere schließlich auch davon, dass Christos erfolgreich ist. „Er nimmt mich immer wieder mit zu seinen Trainings im Stützpunkt und zu Trainingscamps mit dem Landeskader. Und von ihm lerne ich auch viel.“

Am liebsten nämlich trainiert der 19-Jährige mit seinem älteren Bruder. Beide kämpfen in verschiedenen Gewichtsklassen. Der ältere Christos in der Gewichtsklasse (GK) bis 60 Kilogramm. Vasilios, deutlich größer und kräftiger gebaut, in der GK bis 100 Kilogramm.

Eine Olympia-Teilnahme wäre für beide Brüder sicherlich ein Traum, „aber ziemlich unrealistisch“, stellt Christos klar. „Dafür müssten wir wesentlich mehr Zeit ins Training investieren.“ Der 21-Jährige ist Student an der Bergischen Universität Wuppertal (Fächer Sport und Geschichte), Vasilios absolviert eine Ausbildung zum
Chemikanten.

Denn mit dem Sport alleine, das wissen die beiden, werden sie sich finanziell kaum über Wasser halten. Dafür werde diese Sportart nicht so sehr gefördert, wie etwa der Fußball.

Sofern es die Zeit zulässt, unterstützen Christos und Vasilios Papa Petros Pintsis mit den Trainingseinheiten der jüngeren Judoka des TSV Einigkeit Dornap-Düssel. Sportlich geht es für Christos Ende des Monats ins kroatische Zagreb zur Studenten-Europameisterschaft.

Bereits 2018 erfüllte sich der 21-Jährige einen kleinen Traum mit seiner Teilnahme an diesem internationalen Turnier, damals in der portugiesischen Studentenstadt Coimbra. „Das ist immer etwas Besonderes, weil man bekannte Gesichter wieder trifft.“ Unter Studenten nämlich gebe es viele erfolgreiche Judoka und sogar den einen oder anderen einige Olympiateilnehmer. Vasilios PIntsis dagegen arbeitet weiter hart an sich und seinen Fähigkeiten mit der großen Hoffnung, sich wie sein Bruder bald für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren und dann von einem Bundesliga-Team entdeckt zu werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung