Verein muss Haus verkaufen

Zu teuer: Mettmanner Gesellschaft kann ihr Clubhaus nicht länger selbst finanzieren.

Mettmann. Die Gesellschaft Verein zu Mettmann (GVM) muss sich von ihrem Vereinshaus an der Beckershoffstraße trennen. „Unser stellvertretender Kellermeister Theodor Strohte ist mit der Lupe durchs Haus gekrochen und hat ermittelt, dass wir für die kommenden fünf Jahren mit Investitionskosten von rund 150 000 Euro rechnen müssen. Alleine können wir das nicht stemmen“, sagt Rendant (Schatzmeister) Friedhelm Kückels.

Um die Existenz des Vereins, der genau vor 150 Jahre gegründet wurde, zu sichern, ist der Vorstand auf der Generalversammlung beauftragt worden, zu prüfen, ob ein Trägerverein das Haus kaufen und betreiben könnte. Oder, ob das Haus an einen Investor verkauft werden kann, der es dem Club auch künftig ermöglicht, sich in den Räumen an der Beckershoffstraße zu treffen.

„Der Verkauf des Hauses wäre die schlechteste Lösung“, sagt stellvertretender Vorsitzender Klaus Bartel. Er hofft, wie der gesamte Vorstand, dass sich Vereine und Organisationen finden, die bereit sind, in einen Trägerverein zu investieren, und sich damit für den Erhalt des Hauses einzusetzen.

Potenzielle Mitglieder eines Trägervereins könnten Vereine und Vereinigungen, Kirchen, Einzelpersonen, Mettmanner Unternehmen und Banken sowie die öffentliche Hand werden. Gestern Abend hat der GVM-Vorstand mit Bürgermeister Bernd Günther über die Situation gesprochen und mit ihm über Möglichkeiten eines städtischen Engagements diskutiert.

Mit der Heimatvereinigung Aule Mettmanner und der Werbegemeinschaft Mettmann Impulse hatte der Vorstand bereits gesprochen. Die Reaktion der Aulen war eher verhalten. ME-Impulse-Chef Peter Ratajczak soll von der Idee eines Vereinshauses begeistert sein.

Ein unabhängiger Gutachter wird nun erst einmal den Wert der Immobilie ermitteln. Danach wird der Verein eine Summe festlegen, die von den Mitgliedern eines Trägervereins einmalig in einen Topf eingezahlt werden muss, aus dem der Kauf des Hauses finanziert wird „und wir schuldenfrei werden“, sagt Kückels.

Über konkrete Zahlen spricht der Rendant noch nicht. „Aber der niedrigste Wert wird unser Problem lösen“, sagt er. Die Gesellschaft Verein selbst werde sich natürlich auch „in geeigneter Weise“ in einem Trägerverein einbringen.

Für den Fortbestand des Hauses in Regie eines Trägervereins ist nach Meinung des GVM-Vorstandes die Gastronomie ganz wichtig — sogar überlebenswichtig. „Die Einnahmen aus der Gastronomie müssen die laufenden Kosten decken“, sagt Kückels. Die lägen zwischen 10 000 und 15 000 Euro pro Jahr. Rücklagen könnten über die Jahresbeiträge der Mitglieder gebildet werden.

„Auf alle Fälle sind wir wild entschlossen, das Haus nicht einfach an einen beliebigen Investor zu verkaufen“, sagt Bartel. Erklärtes Ziel aller Bemühungen sei es, das Haus als Kultur- und Begegnungsstätte zu erhalten — mit einer guten Gastronomie. Bartel: „Ob uns das gelingt? Da werden wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.“

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