Poller endlich in Bewegung

Nach langer Wartezeit regeln die versenkbaren Poller nun die Zufahrt in die Innenstadt.

Mettmann. Nach Monaten sind am Mittwoch die neuen, versenkbaren Poller in der Fußgängerzone in Betrieb genommen worden. Die Poller aus Italien, die 2009 aufgestellt worden waren, um Autos und Lieferwagen tagsüber aus der Fußgängerzone zu verbannen, waren Anfang des Jahres kaputt gegangen.

Der Einbau der neuen Poller gestaltete sich schwieriger als geplant, weil zuletzt bei der Verlegung des Glasfasernetzes der Telekom Anschluss- und Steuerleitungen für die Poller beschädigt worden waren.

Mitte des Jahres hatte Ludger Steffen, im Rathaus für den Verkehr zuständig, im WZ-Gespräch erklärt, dass die defekten Poller „in absehbarer Zeit durch neue ersetzt werden“. Nach Auskunft des Herstellers konnten die Poller nicht mehr repariert werden.

Die Stadt hatte den ersten defekten Poller ins Werk nach Italien geschickt. Damals wartete die Stadt lange auf Angebote für zwei neue Poller aus Italien. Ein erstes Angebot war abgelehnt worden, weil es laut Steffen viel zu teuer war.

Nach Auskunft von Kurt Werner Geschorec, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Umwelt Bau, hat die Stadt deshalb Poller eines anderen Herstellers bestellt. „Es sind keine Poller, die hydraulisch hoch- und runtergefahren werden, sondern mechanisch“, sagt Geschorec. Die Stadt hofft, dass diese Geräte weniger anfällig als die hydraulischen sind.

„Die mechanischen Poller sind robuster. Damit werden wir hoffentlich nicht mehr so viel Ärger haben“, sagt Geschorec. Und die Poller, die mit einem elektrischen Antrieb hoch- und runtergefahren gefahren werden, waren rund 40 Prozent günstiger als die alten Poller, die samt Einbau rund 25 000 Euro gekostet hatten.

Nachdem die neuen Poller eingebaut waren, trauten die Mitarbeiter der Stadt ihren Augen nicht, denn zunächst einmal passierte gar nichts. Die Poller bewegten sich keinen einzigen Millimeter. Wie sich dann herausstellte, hatte das Tiebauunternehmen, das im Auftrag der Telekom in der Fußgängerzone Glasfaserleitungen verlegt, ein Steuerungskabel für die Poller beschädigt. „Uns war schnell klar, dass bei diesen Arbeiten etwas passiert sein musste“, sagte Geschorec. Doch es dauerte, bis der Schaden schließlich entdeckt wurde.

Nachdem das beschädigte Kabel freigelegt war, konnte die Leitung nun repariert werden. „Schließlich wollten wir nicht die ganzen Leitungen für die Poller neu verlegen. Für den Schaden ist eine Versicherung des Tiefbauunternehmens aufgekommen.“

Die Poller in der Fußgängerzone sorgten von Anfang für Ärger: Einzelhändler und Anwohner bezeichneten sie als Katastrophe, weil Waren nur zu ganz bestimmten Zeiten angeliefert werden könnten, ärgerten sich einige Geschäftsleute.

Und Anwohner der Fußgängerzone waren sauer, weil sie ihre Einkäufe und ihr Urlaubsgepäck zwischen Auto und Wohnung hin- und herschleppen mussten. Es gab auch viele Menschen, die froh waren und es nun wieder sein werden, dass die Fußgängerzone nun tagsüber wieder autofrei sein wird.

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