Erkrath: Lesevergnügen auf Bestellung

Erkrath: Lesevergnügen auf Bestellung

In der Bürgerhaus-Bücherei kann Lesestoff ab Donnerstag rund um die Uhr abgegeben und auch abgeholt werden.

Erkrath. Mitten in der Nacht ein Buch abgeben, weil man das Ende der Leihfrist verschwitzt hat? Oder mittags in der Bibliothek anrufen und die Lektüre abends abholen, wenn dort eigentlich die Türen schon längst geschlossen sind? All das geht seit Donnerstag in der Stadtbücherei im Bürgerhaus.

Zwei Automaten im Eingangsbereich sorgen dafür, dass der Rückgabeservice und auch die Ausleihe rund um die Uhr genutzt werden können. Buch einscannen und in die sich öffnende Klappe schieben - so einfach werden Bücherei-Kunden ausgelesene Schmöker wieder los. "Und die Rückgabe wird auch sofort verbucht", erklärt Büchereileiterin Michaele Gincel-Reinhardt das neue System.

Für die Ausleihe genügen ein Anruf in der Bücherei und die Mitteilung, welche Bücher man gern lesen würde. "Wir rufen dann zurück oder senden eine E-Mail mit dem Pin-Code für die Ausleihfächer", so Gincel-Reinhard. Auch dann geht alles ziemlich einfach: Pin-Code eingeben und das Bücherfach, in das vorher der Lesestoff gelegt wurde, öffnet sich automatisch. Ein Service, der in Nordrhein-Westfalen bisher erst in wenigen Städten angeboten wird.

In der Vergangenheit landeten immer wieder Bücher im Briefkasten der Bücherei im Bürgerhaus, weil die Rückgabefrist abgelaufen war. "Bei feuchter Witterung waren sie manchmal ziemlich aufgequollen", erinnert sich Bibliothekarin Nadine Boos.

Auch die Rückgabekiste im Kaiserhof wurde häufig genutzt. Allerdings gab es dort nicht die Möglichkeit, das Buch direkt zurückbuchen zu lassen. "Dann sind auch schon mal Mahngebühren angefallen, obwohl die Medien eigentlich pünktlich abgegeben wurden", weiß Gincel-Reinhardt.

Um den Service zu verbessern, hat sie vor zwei Jahren einen Projektantrag eingereicht und Landesmittel beantragt. Die wurden nun in Höhe von 40 000 Euro bewilligt. Weitere 40 000 Euro steuert die Stadt aus Eigenmitteln dazu.

Übrigens wurde vor kurzem auch der Selbstverbucher-Service in Betrieb genommen. Damit sollen alle Medien zukünftig selbst ausgeliehen und zurückgebucht werden. Die Handhabung ist einfach, außer des Nutzerausweises muss lediglich der Büchercode eingelesen werden. Die Leihfrist wird automatisch auf einem Beleg ausgedruckt.

"Es gab auch schon mal Ärger, weil die Medien bei der Rückgabe in spezielle Regale abgelegt werden müssen. Aber so langsam gewöhnen sich die Nutzer daran, und wir sortieren ja auch immer noch nach", so die Bibliotheksleiterin.

Seinen Job verliert trotz der modernen Technik niemand. "Es wird immer noch eine Mitarbeiterin am Rückgabeschalter sitzen. Und wir haben jetzt mehr Zeit, uns um andere, wichtige Dinge zu kümmern", sagt Gincel-Reinhardt.

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