Schunkeln und Bützen gegen die Kälte

Schunkeln und Bützen gegen die Kälte

Strahlender Sonnenschein lockte zahlreiche Jecke in Monheims und Langenfelds Stadtmitte.

Monheim/Langenfeld Käsehäppchen, Fleischwurst in dicke Scheiben geschnitten und prickelnder Sekt — Ulrike Kirsten und ihre Freundinnen packen schon mal einen Teil der Wegzehrung für einen langen Weiberfastnachtstag in Monheim aus. Es ist noch nicht 11.11 Uhr, doch die Stimmung in der Gruppe ist super. 20 Jahre lang waren sie mit einem Wagen und bis 2013 als Fußgruppe der „Jecken Monheimer Familie“ im Rosenmontagszug dabei. Auch wenn das längst vorbei ist, beim Straßenkarneval stünden sie immer noch alle zusammen, sagt Ulrike Kirsten.

Foto: Czyperek

So oft es geht, kommen auch Thomas und Silvia Kohler aus Monheim zur Doll Eck. Die beiden gehen als Trapper und haben sich für warme Fellkostümen entschieden. Doris Sandquist und ihre Freundin Gabi Görgens sind als Weihnachtsbäumchen verkleidet und schunkeln sich vor der Bühne warm. Weit über 1000 Besucher sind heute dort. Und endlich kann Martina Pophal die Garden mitsamt dem Prinzenpaar sehen, die die Alte Schulstraße entlang zur Bühne kommen. Die Moderatorin ist als grün-rosafarbene Raupe fantasievoll kostümiert und freut sich: „Guckt mal, wen wir alles angelockt haben, bei dem super Wetter.“ Prinzessin Petra I. ist immer noch voller Tatendrang. Dabei hat sie bereits im Rathaus mit Prinz Guido I. ihr Liebeslied auf Monheim, die „Königin der Welt“ gesungen. „Gleich steche ich in der Biermanufactur das Költ-Fass an“, verkündet die Prinzessin, die sich auf der Bühne warm tanzt. Musikalisch ist auch das Kinderprinzenpaar Livia und Leonard samt Gefolge auf der Höhe.

Foto: Matzerath

In ihrem Rap stellen sie sich nacheinander vor: „Wir alle fünf sind das Team“ und „Monheim ist die geilste Stadt der Welt“. Etwa zur gleichen Zeit übergibt in Langenfeld Bürgermeister Frank Schneider die Rathausschlüssel an Prinzessin Petra II. und Kinderprinzessin Gioia I. Danach feiern die Jecken in beiden Städten weitgehend friedlich weiter, berichtete am frühen Abend ein Polizeisprecher. Diesen Eindruck bestätigte auch der Chef des Langenfelder Ordnungsamtes, Christian Benzrath. „Allerdings wurden — zeitlich und räumlich abseits des Rathaussturms — sechs betrunkene Jugendliche ins Krankenhaus transportiert und fünf weitere an ihre Eltern übergeben. Außerdem haben wir 15 Wildpinkler erwischt. Jeder von ihnen muss ein Bußgeld von 50 Euro zahlen“, erklärt der Ordnungsamtschef.

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