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Monheim/Langenfeld: So gehen die Schwimmbäder mit Burkinis um

Monheim/Langenfeld : Auch für Badebekleidung gibt es Regeln

In den Bädern wird auf die Hygiene der Kleidungsstücke geachtet – auch bei Burkinis.

Es gibt sie mit und ohne integrierte Badekappe, mit langer oder dreiviertel langer Hose: Burkini, die Badekleider muslimischer Frauen. Und da diese mittlerweile immer häufiger auch schwimmen können, sind die Ganzkörper-Schwimmanzüge auch immer öfter in den Bädern zu sehen und irritieren den ein oder anderen Besucher. „Burkini sind ganz normale Badekleidung“, stellt André Zierul, Chef des Mona Mare in Monheim, klar. Er kann sich schrecklich aufregen, wenn jemand diesen Sportanzug mit einer Burka verwechselt. „Da fehlt mir jedes Verständnis“, sagt er und verweist auf die Regeln für Badekleidung, die nicht nur in Monheim eindeutig sind. „Alles, was die Regeln zulassen, ist erlaubt“, sagt Zierul und verweist auf den Anspruch Monheims, eine Stadt für alle zu sein.

Badebekleidung muss für
das Schwimmen geeignet sein

Auch im SGL-Bad Langenfeld achten die Bademeister darauf, was ihre Gäste tragen. Eine Tafel, die nach der Zuwanderung im Jahr 2015 angebracht wurde, macht deutlich, was geht und was nicht. „Wichtig ist, dass die Kleidung sauber und hygienisch sowie aus badetauglichem Material ist“, erläutert Kristin Erven-Hoppe, Sprecherin der SGL. Lycra und Nylon etwa seien Materialien, die erlaubt sind. Baumwollwäsche, T-Shirts oder Kleider und kurze Hosen aus Stoff seien nicht erlaubt. „Das ist nicht nur unhygienisch. Die Stoffe saugen sich auch schnell mit Wasser voll und werden schwer. Das kann gefährlich werden. Außerdem lösen sich beim Schwimmern viel schneller Fasern aus diesen Geweben, die dann die Filter verstopfen. Das ist dann ein technisches Problem“, so Erven-Hoppe.

Wie hochgeschlossen oder knapp bedeckend die Badekleidung sei, ist zweitrangig. „Immer häufiger“, so berichtet die SGL-Sprecherin, „kommen Frauen in so genannten Tankini ins Schwimmbad.“ Diese bedecken mehr als ein Bikini. Burkini-Trägerinnen kommen eher in der Sommerzeit ins Freibad. „Wenn sie im Burkini kommen, hat das mit Vollverschleierung nichts zu tun“, so Erven-Hoppe. Sie versteht aber, dass die Vorsilben bei Burkini und Burka in die Irre führen können.

„Es ist schön, dass immer mehr muslimische Frauen ein Schwimmbad mit ihren Kindern besuchen können“, sagt Rachida El Khabbachi, die vor drei Jahren einen Schwimmkurs für muslimische Frauen initiiert und dafür den Integrationspreis der Stadt Monheim bekommen hat. „Viele Frauen, auch russische, italienische und deutsche können nicht schwimmen“, weiß sie inzwischen. Und die seien froh, dass die SG Monheim den Schwimmkurs für Frauen weiterhin regelmäßig anbietet.

El Khabbachi selbst hat zwei Burkini im Gepäck, wenn sie mit ihren Kindern ins Freibad oder an den Baggersee fährt.

„Die sind gar nicht so günstig“, erklärt die Monheimerin. El Khabbachi bestellt meist im Netz und da ist die Auswahl groß. Auch der Shop im Eingang des Mona Mare hält diese Modelle neben Bikinis, Badeanzügen oder -hosen bereit, angeboten von der Firma Beco, die für Schwimmbrillen und andere Accessoires bekannt ist. Bei Intersport (Langenfeld) ist diese Schwimmbekleidung nicht zu finden. Auch im Shop der Wasserskianlage gibt es sie nicht. „Wir haben nur Surfermarken“, heißt es dort bezüglich des
Bekleidungsangebots.