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Zoo Krefeld: Open-Air-Kino übernimmt erste Patenschaft für Gorilla Kidogo

Zoo Krefeld : Open-Air-Kino übernimmt erste Patenschaft für Gorilla Kidogo

Die Veranstalter des Open-Air-Kinos unterstützen den Zoo. Gorilla Kidogo ist der König im Gehege und gleichzeitig ein entspannter Vater.

Open-Air-Kino und Gorilla? Klar, da tauchen gleich mehrere Hits der Kinogeschichte im Gedächtnis auf: Planet der Affen oder King Kong können immer noch begeistern. Bei einer öffentlichen Fütterung im Krefelder Zoo teilen sich die Menschenaffen im Gorilla-Garten die Aufmerksamkeit. Der Nachwuchs ist entweder einfach nur schrecklich süß oder zeigt, dass er schon nach wenigen Jahren wie die großen Artgenossen durch das Gehege schreiten kann. Aber: „Kidogo ist Gott“, erklärt ein Tierpfleger den Besuchern. Das bezieht sich auf die Hierarchie im Gehege – immerhin: Frauen sind „Göttinnen“, Kinder haben dagegen wenig zu sagen.

Patenschaften für
größere Tiere sind seltener

Um den „Gott des Geheges“ geht es auch bei einer Kooperationen zwischen Open-Air-Kino auf der Rennbahn und Zoo. Die Kino-Veranstalter Uwe Papenroth und Volko Herdick haben die erste Patenschaft für den um die 200 Kilogramm schweren „Lümmel“ übernommen. Warum der seit 2012 in Krefeld lebende Gorilla erst jetzt Paten bekommt? Ein Grund könnte der Preis sein: Patenschaften für große Säugetiere gibt es beim Zoo für rund 1000 Euro im Jahr.

Laut Zoosprecherin Petra Schwinn sind sie im Vergleich zu kleineren Tieren wie Ponys (30 Euro) oder Erdmännchen (75 Euro) seltener. Im Vergleich zu anderen Tierparks sei das noch günstig, es gebe in München Angebote im fünfstelligen Bereich, erklärt Petra Schwinn. Wer eine Patenschaft für so ein großes Tier wie Kidogo übernimmt, darf sich laut Schwinn unter anderem auch auf einen exklusiven Blick hinter die Kulissen freuen.

Zoodirektor Wolfgang Dreßen hat den Kino-Veranstaltern Volko Herdick und Uwe Papenroth (v.l.) die Urkunde über die Patenschaft übergeben. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Kino-Organisatoren sind Tierfreunde und Zoo-Fans

Das ist für die Kino-Organisatoren Uwe Papenroth und Volko Herdick nicht der ausschlaggebende Grund, eine Patenschaft zu übernehmen. Papenroth sei ein Tierfreund, der auf seinen Reisen auch schon eine Klinik für Koalas unterstützt habe. Herdick habe eine Zoo-Dauerkarte für die ganze Familie. Das Geld, das der Zoo durch die Patenschaften einnimmt, wird für die Tiere ausgegeben, erklärt Direktor Wolfgang Dreßen. Das kann zum Beispiel eine winterfeste Futterstelle sein. Es gehe dabei immer um Investitionen in Extras, die das Leben für die Tiere und ihre Pfleger angenehmer machen.

Zurück zum Gorilla-Garten: Ob sich Oberhaupt Kidogo am Donnerstagmittag auch über die Patenschaft freut oder einfach nur über die tägliche Fütterung, ist schwer zu sagen. Aber es ist trotzdem eine Freude für alle Zuschauer, wenn der Riese sich auf seinen Silberrücken wirft, die Füße in Richtung Himmel streckt und eine Grimasse zieht. Kein Wunder, der verspielte Anführer sei im besten Gorilla-Alter, im November wird er 19 Jahre alt, so Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. International für Aufsehen sorgte er im Jahr 2013: Ein Foto zeigte ihn, wie er mit Leichtigkeit auf seinen Füßen über ein Seil balancierte. Das mache er auch heute noch manchmal. Es gebe zwar weltweit mehrere Affen, die gerne mal balancieren – normalerweise würden die Tiere aber alle vier Gliedmaßen zur Fortbewegung nutzen. 2012 war Kidogo aus Dänemark nach Krefeld gekommen. Dabei sei er ausgewählt worden, da der hiesige Zoo einen entspannten Vater gesucht habe. „Eine Punktlandung“, sagt Petra Schwinn – schließlich ist das verspielte Schwergewicht in Krefeld dreifacher Vater geworden.