Zoo Krefeld: Gorilla-Baby ist ein Junge

Zoo : Krefelder Gorilla-Baby ist ein Junge

Ein Pfleger hat es entdeckt: Bei dem Gorilla-Baby im Krefelder Zoo handelt es sich um einen Jungen. Noch hat der Nachwuchs keinen Namen – aber schon viele Fans mit Vorschlägen.

Es ist auch nicht anders als bei den Menschen: Der Nachwuchs ist auf der Welt und alle wollen gucken kommen und gleich noch hübsche Bilder machen. Noch keine Woche alt ist das Gorilla-Baby im Krefelder Zoo und schon eine kleine Berühmtheit.

Vor der Scheibe am Gorilla-Garten drängen sich die Besucher. Die einen fotografieren oder filmen mit dem Smartphone. Die anderen haben gleich einen Einkaufs-Trolley oder Rollkoffer mit großer Kamera-Ausstattung mitgebracht. Einige haben den Ehrgeiz, als Erste ein Bild zu machen, dass das Geschlecht des Neuzugangs klärt.

Am Mittwoch hatte das Glück allerdings ein Pfleger. Daniel Schmidt entdeckte: Es ist ein Junge. „Wir mussten einfach Geduld haben und abwarten, wann es zum ersten Mal zu sehen ist“, sagt Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. Jetzt beginnt die Namensfindung. Einige Fans haben sogar schon Vorschläge gemacht.

Schon am ersten Tag hatte kleiner Menschenaffe die Augen offen

Mama Miliki und das Kind ohne Namen sind auf jeden Fall vorbildliche Fotomodelle für die Gäste. Wie schon bei dem großen Bruder Pepe nach der Geburt im Mai 2015 ist auch sein Bruder erstaunlich aufgeweckt. „Wie Pepe hatte es schon am ersten Tag die Augen sehr weit auf gehabt“, erzählt Tierpfleger Benjamin Harr. Das ist außergewöhnlich — genauso wie der Versuch des am 31. Dezember geborenen Winzlings, direkt am zweiten Tag auf Mamas Schulter zu klettern. So junge Menschenaffen hängen eigentlich wegen ihres natürlichen Klammerreflexes erst einmal einfach am Fell ihrer Mutter.

Auch Patentante und -onkel sind am Mittwoch ganz begeistert. „Die erste Zeit ist so schön“, sagen Ingrid und Dieter Wotke, die fünf Jahre lang eine Patenschaft für ein Muntjak hatten. Eigentlich wollte das Ehepaar in diesem Jahr für den erwarteten Nachwuchs von Nashorn Nane Paten werden, hat sich dann aber spontan unentschieden. Ingrid Wotke schwärmt von Miliki als „schöne Französin“ und spielt damit auf deren Herkunft an. Die Affendame wurde 2006 im Primatenpark La Vallée des Singes in Romagne geboren und lebt seit 2006 im Krefelder Zoo.

Wie schon bei ihrem Erstgeborenen Pepe ist Miliki „die Ruhe selbst“, sagt Benjamin Harr und blickt auf Miliki, die ihr Baby abgelegt hat und ein paar Nüsse vom Boden sammelt und genießt. Auch das sei wirklich früh, erklärt der Tierpfleger.

Jede Stunde etwa drei Minuten trinken Gorilla-Säuglinge bei ihrer Mutter. „Es trinkt kräftig“, verrät Harr. Für Bruder Pepe bedeutet der Nachwuchs, dass für ihn die Milchbar jetzt geschlossen ist. Eigentlich trinken Gorilla-Kinder noch bis ins fünfte Lebensjahr immer wieder mal bei der Mama. Das ist bei dem weiteren Jungtier in der Familie, Tambo, Sohn von Kidogo und Muna, gut zu beobachten, der immer noch mal betteln kommt.

Wie für ihn und Pepe wird Kidogo auch für seinen dritten Sohn ein toller Papa sein. „Der ist vom Wesen her wirklich ein netter Typ“, schwärmt Harr, „die Kinder können sich wirklich viel bei ihm erlauben.“ Gerne hätte er wohl noch viel früher mit ihnen gespielt, musste aber lernen, so der Tierpfleger, „dass das Spielverhalten von den Kindern kommen muss, weil er sonst Ärger mit den Müttern bekommt“. Und so legt er sich gerne auch schon einmal in eine Box, stellt sich schlafend und wartet, dass die Kleinen an ihm rumzuppeln, damit er spielen kann.“

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