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Bahnübergang Steinheide: CDU fordert Ausbau

Bahnübergang : Bahnübergang Steinheide: CDU fordert Ausbau

Bahn will Übergang schließen, Tönisvorst möchte ihn offen halten.

Ausbau statt Schließung – diese Strategie verfolgt die Krefelder CDU mit Blick auf den Bahnübergang Steinheide an der zweigleisigen Strecke Krefeld-Kleve. Für die nächste Sitzung des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität am 19. Juni hat sie einen entsprechenden Antrag gestellt.

Zum Hintergrund: Die DB Netz AG will den Übergang zwischen Krefeld und Tönisvorst, der bisher von Autos, Traktoren, Reitern, Radfahrern und Fußgängern genutzt wird, „auflassen“ – was im Klartext eine ersatzlose Streichung bedeutet. Nach einer ersten Zustimmung der beiden betroffenen Städte regte sich im Vorjahr heftiger Widerstand betroffener Bürger. Das hatte Folgen: Der Bau- und Verkehrsausschuss in Tönisvorst hat sich in seiner Mai-Sitzung dafür ausgesprochen, dass der Bahnübergang für Radfahrer, Reiter und Fußgänger erhalten bleiben soll. Die Krefelder Nachbarstadt hat sich auch zu einer Kostenübernahme – vorbehaltlich der Zusage einer Förderung – bereit erklärt.

Auch Landwirtschaft soll
Übergang nutzen können

„Wir haben keine rechtliche Handhabe gegen die Entscheidung der Bahn“, hatte der Tönisvorster Bürgermeister Thomas Goßen im Ausschuss verdeutlicht. Die Stadt sei deshalb bei der Suche nach einem Kompromiss darauf gekommen, den Bahnübergang künftig nur noch für Radfahrer, Fußgänger und Reiter zugänglich zu machen. Der Übergang würde dann nur noch 3,50 Meter breit sein und mit einer neuen Lichtsignalanlage und Schranken ausgestattet, die automatisch schließen, wenn ein Zug kommt.

Der Krefelder CDU reicht das aber nicht. „Für die Stadt Krefeld besitzt der Bahnübergang Steinheide nicht nur Berechtigung für die Querung das Bahnlinie für Fußgänger und Radfahrer, sondern auch eine Bedeutung für den landwirtschaftlichen Verkehr“, heißt es in dem von Manfred Läckes unterzeichneten Antrag. Aus diesem Grund sei es aus Sicht seiner Fraktion wichtig, den Ausbau des Bahnübergangs auch für den landwirtschaftlichen Verkehr zu gestalten. Hierzu sei ein enger Abstimmungsprozess mit der DB Netz AG und der Stadt Tönisvorst in Gang zu setzen.

Bahn verweist auf
hohe Kosten für den Erhalt

Die Bahn argumentiert, dass der mehr als 40 Jahre alte Übergang nicht sehr hoch frequentiert und der Erhalt teuer sei. Außerdem hingen die vier Übergänge Steinheide, Widdersche Straße, Ortmannsheide und Horkesgath zusammen – falle einer aus, seien alle gestört. Sie hat zudem einen Anspruch auf Schadensersatz ins Spiel gebracht, schließlich habe sie nach der Zusage der Städte Tönisvorst und Krefeld ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragt. Der Tönisvorster Bürgermeister betont dagegen: „Es hat keine rechtsverbindliche Zusage zur Schließung von der Stadt an die Bahn gegeben.“

Die Bürger aus Tönisvorst argumentieren, der Übergang sei weit und breit die sicherste Möglichkeit für Radfahrer und Fußgänger, darunter Schüler, die zum Schulzentrum Horkesgath müssen, die Schienen zu überqueren.