Elfrath : Neue Schulleiterin: Opitz übernimmt Haus Rath

Die städtische Gemeinschaftsgrundschule bekommt am Mittwoch offiziell eine neue Leiterin. Sie will die Kinder stärker einbinden.

Krefeld. Das Bestreben von Annette Opitz, der neuen Rektorin der städtischen Gemeinschaftsgrundschule an Haus Rath, kann mit einem Vorhaben überschrieben werden: „Den Kindern das Wort geben.“ Dies soll in vielerlei Hinsicht geschehen. Opitz will ihre Wünsche und Visionen hinsichtlich der Arbeit mit den Mädchen und Jungen gemeinsam im Team mit ihrem Kollegium verwirklichen. Ein ihrer zukünftigen Projekte nennt die Lehrerin „Buchkinder“.

Opitz: „Die Anregung hierzu habe ich von meiner Schwester, die das in Leipzig durchführt. Hierbei beschäftigen sich die Kinder in kleinen Gruppen ein Jahr lang mit der Herstellung eines eigenen kleinen Buches, das auch gedruckt wird. Diese Arbeit beinhaltet alles, was Lernen lernen bedeutet.“ Die Grundschüler haben eine Idee und bringen sie auf Kinderart zu Papier, selbstständig, ohne Vorgabe.

Die Erwachsenen nehmen sich zurück, begleiten nur, leiten behutsam an und ordnen, wenn die Gedanken durcheinandergeraten. „Voller Stolz präsentieren die Mädchen und Jungen zum Schluss ihr Werk.“ Opitz hat dies schon einmal während einer Projektwoche durchgeführt. Sie weiß, dass dies nur mit freiwilligen Helfern durchführbar ist.

Sie möchte zudem einen „Klassenrat“ einführen, bei dem sich die Kinder in ihrem Raum zusammensetzen und über alles beraten, was ihnen gut gefallen hat und was weniger gut. „Lob und Kritik gehören dazu. Dieser Rat trägt auch dazu bei, Konflikte zu lösen. Manche Kinder möchten über ein bestimmtes Thema reden.

Hier haben sie die Möglichkeit dazu.“ Die Stunde beim Vertrauenslehrer, zu der sie sich einen Termin geben lassen müssen — in diesem Fall war es Sonderpädagoge Thomas Schneider — gibt den Mädchen und Jungen ein weiteres Forum, das anzusprechen, was sie bedrückt. Beispiel: „Der Klassenlehrer sieht mich nicht.“, „Ich habe Streit mit meiner Freundin.“ Oder: „Es gibt zu viele Hausaufgaben.“

Weiterhin möchte sie der Spracharmut mancher Kinder begegnen, ihnen auch hier das Wort geben. „Wir haben Kinder aus allen gesellschaftlichen Bereichen, auch Flüchtlingskinder.“ Hier ziehe das Projekt Deutsch als Zweitsprache (DAZ). Es gebe aber auch Ausnahmen, berichtet die Rektorin: „Ein Mädchen aus Syrien stand wartend vor der Tür und wollte jetzt und sofort lernen. Das zeigt einen unglaublichen Ehrgeiz.“

Gleichzeitig möchte Opitz die Zusammenarbeit mit den Eltern weiterentwickeln. Denn: „Viele Väter und Mütter erklären, was sie sich für ihr Kind wünschen. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, was das Kind braucht.“ Wertschätzen, Arbeiten und Wohlfühlen sind die Schlagworte.

Opitz, die bereits 13 Jahre an dieser Schule unterrichtet, ist mit einem großen Zirkusprojekt gemeinsam mit Mobifant von Kreta in ihre neue Aufgabe gestartet. „Ich habe mich als Rektorin beworben, weil ich mehr Verantwortung übernehmen und mehr an der Schule gestalten wollte.“

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