„Die Busse schädigen den Ruf des Blumenviertels“

„Die Busse schädigen den Ruf des Blumenviertels“

Trotz der neuen Haltestelle an der Sollbrüggenstraße donnern die Omnibusse über die Tulpenstraße.

Bockum. Zahlreiche Bewohner des Blumenviertels in Bockum sehen den Status ihres Wohngebiets "als bevorzugtes und zugleich familienfreundliches Wohngebiet Krefelds" in Gefahr. Der Grund: Weiterhin fahren riesige Schulbusse, die die Franz-Stollwerck-Förderschule auf der Tulpenstraße ansteuern, über die Anliegerstraßen.

Obwohl im Sommer auf der Sollbrüggenstraße eine Ersatzhaltestelle eingerichtet worden war, ist die von der Stadt versprochene über 30-prozentige Entlastung der Flieder- und Tulpenstraße "nicht annähernd bestätigt" worden, schreibt ein Anwohner der Fliederstraße in einem dreiseitigen Brief an den Oberbürgermeister Gregor Kathstede. Mit unterzeichnet haben den Brief ein Großteil der Anwohner des Blumenviertels.

"Weiterhin finden täglich mehrere Dutzend Fahrten von Bussen statt, die in der Regel nur mit ein bis vier Kindern besetzt sind. Die Gefährdungs-, Lärm- und Umweltaspekte sind weitgehend unverändert relevant", heißt es weiter. Was die Anwohner besonders ärgert: Die Zufahrt der Schule über die Dahlienstraße, die mit 6,10 Meter deutlich breiter ist als die Tulpenstraße mit 5,60 Metern, war vor der Eröffnung der Schule bereits beschlossen.

Vorteil dieser Variante sei nicht nur die Straßenbreite, sondern auch die Länge der Zufahrt: Die Busse hätten über die Dahlienstraße nur etwa 260 Meter hinter sich bringen müssen statt wie nun 630 Meter. "Lauf Baugesetzbuch hätte uns die Stadt vorab über den Busverkehr informieren müssen", schreibt Andree Engelmann an den OB. Deshalb verlangt er Einsicht in die Unterlagen der damaligen Entscheidung.

Sollte die Zufahrt über die Dahlienstraße, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich sein, würden die Anwohner dem Verkehr über die Flieder- und Tulpenstraße akzeptieren. Allerdings nur mit Kleinbussen oder Taxen, die mit den Fördergeldern der Stadt und des Landes finanzierbar sein müssten, meinen die Briefunterzeichner.

Angelika Peters vom Presseamt erklärt: "Die Schulverwaltung ist bisher davon ausgegangen, dass die 30-prozentige Entlastung eingetreten ist, weil die Busfahrer angewiesen wurden, die neue Haltestelle anzusteuern." Nun wird der Verkehr überprüft.

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