Cavelius dirigiert Händel

Cavelius dirigiert Händel

Krefeld. Zwei Chöre mit vier Stimmen sind etwas anderes als ein Chor mit acht Stimmen. Diese Erfahrung werden die Besucher des 2. Chorkonzerts der Niederrheinischen Sinfoniker am 26. März in der Friedenskirche machen.

Da kommt das Oratorium "Israel in Egypt" von Georg Friedrich Händel zur Aufführung. "Die beiden Chöre werden gegeneinander positioniert", beschreibt der Dirigent des Konzerts, David Cavelius, "und dann hat das akustisch eine ganz andere Wirkung." Die Passagen mit Fragen und Antwort werden eindrucksvoll erlebbar, die dramatische Flucht und der Lobgesang des Moses. "Der Chor ist hier besonders wichtig", sagt Cavelius, "weil hier ein ganzes Volk die Hauptrolle spielt." Cavelius leitet seit vergangenem Jahr interimsweise den Niederrheinischen Konzertchor, der den professionellen Opernchor mit fest bei den VSB engagieren Sängern durch ambitionierte und gut ausgebildete Laien ergänzt.

Er hat mit ihm schon die "Carmina Burana" von Carl Orff für das erste Chorkonzert und den Chorsatz aus der 9. Sinfonie von Ludwig von Beethoven für das Neujahrskonzert eingeübt. Beide Konzerte wurden von Generalmusikdirektor Graham Jackson dirigiert. Das 2. Chorkonzert wird der erst 24-jährige Cavelius selbst dirigieren. Den Part des zweiten Chores übernimmt der Kammerchor Oberpleis. Cavelius ist wuchs seit seinem zweiten Lebensjahr bis zu Beginn seines Studiums in Krefeld auf; sein Vater Andreas übernahm zu diesem Zeitpunkt die Stelle des Organisten in St. Dionysius und wird auch beim Chorkonzert die Orgel spielen.

Der Sohn David trat schon mit 13 Jahren als Kompositionstalent hervor und war schon mit 15 Jahre Jungstudent für Klavier und Komposition an der Musikhochschule in Köln. Seit 2004 war der dort regulärer Student und hat sein Diplom in Chorsatz bereits 2008 und das in Tonsatz im Februar diesen Jahres gemacht. Die Dirigier-Klasse wird er im Sommer abschließen. Händel schrieb die Oratorien während seine Londoner Zeit, und deshalb in Englisch. "Wir führen das auch in Englisch auf", sagt Cavelius. Die Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer lässt den Text im Programmheft abdrucken. "Daneben stelle ich die deutsche Übersetzung aus der Lutherbibel", sagt sie.

Ähnlich hatte sie es bei der Carmina Burana gehandhabt, was den Genuss des Werkes deutlich erhöhte. "Wenn beide Chöre singen, kann man sonst kaum etwas verstehen", sagt sie. INFO: 2. Chorkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker unter David Cavelius mit dem Niederrheinischen Konzertchor am 26. März um 20 Uhr in der Friedenskirche. Karten unter 02151 / 805 125.

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