Kostenexplosion bei Neubau der Feuerwache

Kostenexplosion bei Neubau der Feuerwache

Ursprünglich waren für das Projekt an der Neuen Ritterstraße 30 Millionen Euro veranschlagt. Mittlerweile ist von rund 80 Millionen Euro die Rede.

Krefeld. Alarm bei den Kosten für Bau und Finanzierung der Hauptfeuerwache: Summen zwischen 56 und mehr als 80 Millionen Euro sind in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Verkehr vorgelegt worden. Die von der Stadt beauftragte Projektentwicklungsgesellschaft K-Plan aus Abensberg hat dazu einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen einer konventionellen Eigenrealisierung (Bauherr Stadt Krefeld) und einem Modell vorgelegt, in dem private Investoren ins Boot geholt werden (Public-Private Partnership, PPP).

Andrea Kreil und Simone Mattedi von K-Plan kommen in einem "Barwertvergleich" zu dem Ergebnis, dass PPP mit Gesamtkosten von 56,2 Millionen um rund neun Prozent günstiger sei, als wenn die Stadt konventionell selbst baut (61,8 Millionen). Die jährliche Belastung der Stadtkasse über einen Zeitraum von 30 Jahren wird mit 2,78 Millionen Euro beziffert (einschließlich Betriebskosten von geschätzten 640.000 Euro).

Das ergibt eine Summe von 83,4 Millionen Euro. Abzuziehen ist davon aber die jährlich abnehmende Zinsbelastung bei einem Kredit der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Die reinen Baukosten einschließlich einer Leitstelle für rund 3,8 Millionen Euro betragen 35 Millionen. Der Neubau der Feuerwache soll das über hundert Jahre alte Gebäude an der Florastraße ersetzen.

K-Plan kommt in seinem Gutachten zu dem erwarteten Vorschlag, das Projekt im PPP-Modell ohne Eigentumsübergang auf einen privaten Partner umzusetzen. Diese Form verspreche kürzere Bauzeiten (24 statt 30 Monate) und eine termingerechte Fertigstellung. Schnittstellen und Bauzeiten ließen sich bei einem (privaten) Generalunternehmer optimieren. Um ein Jahr kürzer könnten laut K-Plan zudem die vorgeschalteten Planungs- und Vorbereitungsarbeiten sein.

Zwar durchaus schon kalkuliert, aber letztlich nicht exakt zu beziffern sind die Kosten für Beseitigung von Altlasten auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs an der Ritterstraße. Das Gelände hat die Stadt im Frühjahr von der Bahntochter Aurelis, die deren Immobilien vermarktet, für knapp 2,7 Millionen Euro gekauft. K-Plan hat ausgerechnet, dass etwa 45.000 Tonnen Bodenaushub entsorgt werden müssen. Die Stadt zahlt pro Tonne 14,60 Euro. Stellt sich heraus, dass aufgrund von Altlasten deutlich mehr entsorgt werden muss, zahlt die Stadt drauf.

Mit dem Projekt wird sich jetzt eine Arbeitsgruppe beschäftigen, in das die Ratsfraktionen je einen Vertreter aus den Ordnungs- und Planungsausschüssen entsenden. Stadtdirektorin Beate Zielke drückt auf das Tempo: "Wir möchten im kommenden Jahr mit den Ausschreibungen beginnen." Nach Experten-Schätzung wird diese Phase der europaweiten Ausschreibung mindestens ein halbes Jahr dauern. Baubeginn könnte im Herbst nächsten Jahres sein. Als Fertigstellungstermin wird Ende 2013 ins Auge gefasst.