Prostatakrebs: Vorsorge kann Leben retten

Prostatakrebs: Vorsorge kann Leben retten

Eine Selbsthilfegruppe bietet zusammen mit dem Urologie-Zentrum Vorträge und Gespräche an.

Krefeld. In Deutschland wird jährlich bei 58.000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert, 12.000 sterben daran - das sind dreimal so viele Todesfälle wie im Straßenverkehr. Urologen schätzen die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr allein in Krefeld auf 250. Das müsste nicht sein, sagt Horst Köller vom Vorstand der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs: "Prostatakrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird." Die Gruppe bietet gemeinsam mit Ärzten des Urologie-Zentrums - einer Gemeinschaftspraxis am Bismarckplatz - am Samstag eine Informationsveranstaltung mit Fachvorträgen und Gesprächen an.

Dr. Johannes Hofer ist einer dieser Ärzte und weiß aus Erfahrung: "Das Hauptproblem ist es, Männer zur Information und Vorsorge zu bewegen." Dafür sprechen auch die Zahlen: "15Millionen Frauen, aber nur vier Millionen Männer gehen in Deutschland regelmäßig zur Vorsorge."

Oft werden die Männer von ihren Frauen geschickt oder von ihnen begleitet. "Denn viele Männer haben Angst nicht vor einem Piks, sondern vor einem möglichen schlechten Befund", berichtet Hofers Praxiskollege Dr. Horst Sust.

Je früher man etwas finde, desto besser seien die Heilungschancen für den Patienten, machen die Ärzte Mut für den Fall der Fälle. Das Abtasten der Prostata sei harmlos, ebenso wie der Bluttest zur Bestimmung des PSA-Wertes und eine eventuell folgende Ultraschall-Untersuchung. Werte zwischen 0 und vier gelten als normal, der Bereich zwischen vier und zehn als Grauzone, Werte über 10 als krankhaft. "Wichtig bei der Beurteilung ist es vor allem, Veränderungen dieses Wertes zu beobachten", empfiehlt Sust regelmäßige Tests, weil es Männer gibt, die einen hohen PSA-Wert haben, ohne dass eine Krebserkrankung vorliegt.

Bei Verdacht auf Krebs wird eine Biopsie gemacht, das heißt, Proben werden aus der Prostata entnommen und im Labor analysiert. Bei positivem Befund wird die Art der Behandlung wie Operation oder Bestrahlung mit dem Arzt festgelegt.