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Krefeld 430 Serben für Siemens

Der Konzern übernimmt Dienstleister Milanovic Inenjering. Mit dessen günstigen Konditionen wurde die Streichung von 300 Stellen begründet.

Krefeld: 430 Serben für Siemens
Foto: Andreas Bischof

Krefeld. Erst im Mai hat Siemens-Geschäftsführerin Sabrina Soussan die Krefelder Belegschaft damit geschockt, hier 300 Stellen abzubauen. Jetzt gibt es wieder interne Post von Soussan. Sie freue sich, folgendes mitteilen zu können: Man plane, „den serbischen Hersteller von Rohbaukomponenten Milanovic Inenjering doo mit rund 430 Mitarbeitern zu übernehmen und in unser Rolling-Stock-Fertigungsnetzwerk einzugliedern“. Das ist exakt der Dienstleister, mit dessen günstigeren Konditionen der Stellenabbau in Uerdingen vor einem halben Jahr begründet wurde. Die Siemensianer sind stocksauer und fühlen sich von der Konzernleitung an der Nase herumgeführt.

Genannt werden möchte freilich niemand, der WZ liegt das Schreiben vor, die Stimmung ist nach Aussage von Mitarbeitern explosiv. Und aus Betriebsratskreisen ist zu vernehmen, dass man nicht überrascht sei, dass jetzt aus einem strategischen Partner ein Teil des Konzerns wird. „Die Arbeitsplätze werden hier abgebaut, um sie in Serbien aufzubauen“, heißt es. Passend dazu steht dieser Satz im Soussan-Schreiben: „Dieser Schritt hat keinen Einfluss auf den bereits angekündigten Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen am Standort Krefeld“.

„Einige von Ihnen kennen das Unternehmen Milanovic Inenjering schon“, heißt es da weiter. „Wir haben es als zuverlässigen Lieferanten von Komponenten für Projekte wie zum Beispiel Thameslink und South West Trains (SWT) schätzen gelernt. Die Übernahme hilft uns, den Zugang zu wichtigen Komponenten dauerhaft abzusichern und nachhaltig die Fertigungskosten zu senken.“

Für sie, schreibt Soussan,, sei eine offene Kommunikation sehr wichtig. Das sieht die Belegschaft anders. Zumal der einstige Dienstleister zunächst von Siemensianern fit gemacht wurde, um jetzt als „Familienmitglied“ den Stellenabbau zu substituieren. Krefelds IG-Metall-Chef Ralf Claessen ist befremdet: „Man könnte meinen, dass die Verabschiedung vom Fertigungsstandort Deutschland in kleinen Schritten eingeleitet ist.“

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