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Jugendhilfe in Ronsdorf will schöne Erlebnisse bieten

Gut für Wuppertal : Jugendhilfe in Ronsdorf will schöne Erlebnisse bieten

Der Bürgerverein Ronsdorf hofft auf Spenden, um benachteiligte Kinder unterstützen zu können.

Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Verhältnissen schöne Erlebnisse bieten. Das versucht die Kinder- und Jugendhilfe des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins bereits seit über elf Jahren. Und um diesem persönlich gesetzten Ziel immer wieder gerecht zu werden, wurde seinerzeit ein Jugendfonds geschaffen. Dieser kann aber nicht ohne Spenden funktionieren und so wird seit 2019 bereits auf der Internetseite gut-fuer-wuppertal.de für die Anliegen des Heimat- und Bürgervereins in der Kinder- und Jugendarbeit gesammelt.

Hilfe beim Kauf von Jacken
oder Material für die Schule

„Wir möchten Kinder und Jugendliche in Ronsdorf finanziell unterstützen, denen zum Beispiel die warme Winterjacke fehlt oder wichtiges Material für die Schule von den Eltern nicht mehr bezahlt werden kann“, sagt die Vereinsvorsitzende Christel Auer. Mit dem bisherigen Verlauf der Spendenkampagnen sei man zufrieden, auch wenn es natürlich immer Steigerungspotenzial gebe, berichtet Beisitzer Werner Schulz, der verantwortlich für den Jugendfonds ist. Rund 32 Prozent des aktuellen Spendenaufrufs vom 14. Juli wurden bereits finanziert. 1195 Euro fehlen noch zur Erreichung des Spendenziels von 1750 Euro.

Der Jugendfonds ist ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins, der nach dem Stadtfest „Liefersack“ 2010 ins Leben gerufen wurde. Die Idee: Soziale Einrichtungen im Stadtteil sollen Förderanträge stellen, mit Bezug auf benachteiligte Kinder und Jugendliche. Hierbei habe sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt. Hilfe anzunehmen, sich zu outen und um Unterstützung zu bitten, sei ein sehr sensibles Thema. Nach Jahren der intensiven Bekanntmachung des Jugendfonds bei den Ronsdorfer Schulen, Kindergärten und Tagesstätten würden jetzt immer mehr Anträge an den Jugendfonds gestellt, so Auer. Die Ronsdorfer Institutionen, zu denen auch die kirchlichen, wie städtischen Jugendtreffs zählen, melden dem Heimat- und Bürgerverein betroffene Kinder und Jugendliche, um die sich der Jugendfonds so gut es geht kümmert.

„Das ist für die betroffenen Kinder und Jugendlichen natürlich extrem wichtig“, sagt Christel Auer. Denn diese bekämen ohne die Bekanntmachung ihrer Lage, die selbstredend anonym erfolgt, gar keine Möglichkeiten für Ausflüge, teures Spielzeug oder auch bestimmte Arztbehandlungen. „Mit einem Antrag konnten wir zum Beispiel finanzielle Hilfe für medizinische Versorgung ermöglichen“, so Auer.

So wurde auch mal die Schmerzspritze bei Kindern, die eine Zahnarztbehandlung nötig hatten, übernommen. Weiterhin will der Jugendfonds den jungen Menschen Spiel- und Lesemöglichkeiten in Coronazeiten geben. Bei der sogenannten „Aktion gegen Langeweile“ werden in der englischen Telefonzelle im Ronsdorf-Carré Spiele und Bücher bereitgestellt. Zudem seien die sozialen Kontakte der Kinder und Jugendlichen sehr wichtig, deshalb schultert der Jugendfonds bei Bedarf ebenso den Jahresbeitrag für den Sportverein oder bezahlt die Teilnahmemöglichkeit an Klassenfahrten.

Zu diesen Aktionen zählt für gewöhnlich auch eine Reise zum Freizeitpark „Kettler Hof“ in Haltern am See. Diese fiel dieses und letztes Jahr jedoch der Pandemie zum Opfer, beklagt Christel Auer. Immer am Ende der Sommerferien können bedürftige Kinder und Jugendliche hier einen tollen Tag verbringen. Der Kettler-Hof bietet für sie viele Fahrgeschäfte, zu beobachtende Tiere oder auch einen Wasserspielplatz, weiß Auer. „Und das sind dann oft ganz gemischte Gruppen aus den verschiedensten Einrichtungen, meistens zwischen 8 und 13 Jahren alt“, sagt sie.

Christel Auer hofft, dass so eine Fahrt im kommenden Jahr endlich wieder möglich sein wird.