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Düsseldorf: Wenn der Briefkasten plötzlich weg ist

Düsseldorf : Wenn der Briefkasten plötzlich weg ist

Meist werden die gelben Kästen wegen Baumaßnahmen entfernt. Nicht immer kommen sie zurück. Die Post bestreitet jedoch einen Abbau.

Düsseldorf. Der Bürgersteig auf der Trinkausstraße ist wieder intakt. Die ewige Baustelle an der Ecke zur Heinrich-Heine-Alle beendet. Also alles beim Alten? Nein, nicht ganz. An dieser Stelle stand einst ein gelber Briefkasten der Post. Und der ist nicht wieder aufgebaut worden. Das passiert auch an anderen Stellen.

Doch die Post widerspricht vehement, dass sie weitere Briefkästen aus Kostengründen abbaue. Das sei vor mehr als zehn Jahren zwar so gewesen. Nun aber bleibe die Zahl konstant. Mehr als 200 Briefkästen soll es in Düsseldorf geben. Eine genau Zahl möchte Rainer Ernzer, Sprecher der Post, nicht geben. Die könnten ja die Konkurrenz bei der Briefbeförderung interessieren.

Doch warum hat die Post den Briefkasten an der Trinkausstraße Ecke Heine-Allee nicht wieder aufgestellt? Hier, in der Innenstadt, kommen schließlich täglich viele Menschen auf ihrem Weg zwischen Kö und Altstadt vorbei? „Er ist ersatzlos weggekommen, weil es in der Umgebung viele weitere Briefkästen gibt“, erklärt Ernzer die für ehemalige Nutzer entstandene Lücke im Briefkastennetz. Der Standort sei auch nicht so stark frequentiert gewesen.

Der Postsprecher erläutert, dass die Entfernung zu einem Briefkasten bundesweit nicht mehr als 1000 Meter betragen soll. Der tatsächliche Schnitt liege in Nordrhein-Westfalen bei nur 500 Metern, Düsseldorfer bräuchten oft nur 150 bis 200 Meter bis zum nächsten Kasten.

Pech haben diejenigen, die nicht gut zu Fuß sind. So etwa ältere Anwohner der Friedrichstraße oder des Fürstenwalls. Weil hier das ehemalige West LB-Haus abgerissen wird, ist jüngst der Kasten an der Fassade am Fürstenwall natürlich abgebaut worden. Rainer Ernzer erklärt: „Aus Postsicht tut uns das für die Älteren leid, aber wir erfüllen unsere Vorgaben.“ In diesem Fall habe man versucht, gemeinsam mit der Stadt einen Ersatzstandort am Kirchplatz zu finden. Bislang allerdings erfolglos.

Dass ausgerechnet kurz nach dem Abbau des Kastens am ehemaligen West-LB-Haus auf dem Fürstenwall in Höhe der Karolingerstraße ein zweiter Briefkasten auf derselben Straße abgebaut wurde, sei „ein Kommunikationsproblem“ bei der Post gewesen. Der Kasten ist nun wieder an alter Stelle in Unterbilk aufgestellt worden.

Postsprecher Rainer Ernzer versichert, dass trotz der rückläufigen Briefmenge — pro Jahr seien dies ein bis zwei Prozent — kein weiterer Abbau der Kästen geplant sei. Verschiebungen der Standorte seien jedoch möglich. So, wenn eine Hausfassade saniert werde oder ein Standort für ein Neubaugebiet geplant werde.

Wo sich der nächste Briefkasten befindet, verrät die Post im Internet (siehe Kasten). Und noch ein Tipp: Passt man seinen Postboten ab, darf man diesem einen Brief mitgeben. Der muss aber frankiert sein.