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Nach Faustschlag vor Szeneclub ins Koma gefallen

Gericht : Nach Schlag im Koma: Täter entschuldigt sich

Warum er an der Heine-Allee zuschlug, konnte der 24-Jährige vor Gericht nicht erklären. Das Opfer liegt auch über ein Jahr nach der Tat noch im Koma.

Ein brutaler Faustschlag hat das Leben von Lars A. (alle Namen geändert) für immer verändert. Vor dem Szeneclub „Sir Walter“ an der Heine-Allee wurde der 30-Jährige im Mai 2017 von Mychal K. (24) ins Wachkoma geprügelt. Am Dienstag saß der Angreifer nun im Landgericht auf der Anklagebank.

Der 24-Jährige erklärte mit leiser Stimme: „Ich weiß, dass ich es nie wieder gutmachen kann, aber es tut mir unglaublich leid.“ Seine beste Freundin sei von Lars A. an den „Hintern gegrapscht“ worden. „Sie wollte, dass wir die Polizei rufen und befürchtete, dass Herr A. abhauen wollte, weil er neben einem Taxi stand.“ Zunächst habe K. Lars A. nur zur Rede stellen wollen. Wie es dann zu der „Kurzschlussreaktion“ kam, konnte er nicht erklären. Die Bilder aus den Überwachungskameras zeigen den brutalen Schlag, durch den das Opfer zusammensackt. Laut Anklage schlug der Kopf des 30-Jährigen auf die Bordsteinkante, wodurch er sich einen Bruch der Schädelbasis, ein Schädelhirntrauma und Hirnblutungen zuzog. Nur mit zwei Not-OPs konnten die Ärzte in der Uniklinik das Leben des IT-Managers retten. Seitdem befindet er sich im Wachkoma.

Vor dem Gerichtssaal erzählt der Anwalt der Familie A., dass sich der Zustand ihres Sohnes nicht verbessert hat und die Genesungs-Prognosen nicht gut seien. Besonders dramatisch: Zum Zeitpunkt des Angriffs war die Frau von Lars A. schwanger und sein Kind wurde geboren, während er im Wachkoma lag.

Die Bekannte von Mychal K., der wegen schwerer Körperverletzung angeklagt ist, verweigerte am Dienstag übrigens ihre Zeugenaussage. Ein Urteil wollen die Richter am Donnerstag sprechen. jm

(jm)