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Oper "Louise": Liebesintermezzo in Tüll

Oper "Louise": Liebesintermezzo in Tüll

„Louise“ feierte in Düsseldorf Premiere. Sopranistin Sylvia Hamvasi überzeugt in der Titelrolle, das Bühnenbild ist eher langweilig.

Düsseldorf. Anderthalb Jahre nach der Premiere in Duisburg wird die Produktion der Oper "Louise" des französischen Spätromantikers Gustave Charpentier in Düsseldorf gezeigt. Die Inszenierung durch Christof Loy kam noch unter der Rheinopern-Intendanz von Tobias Richter zustande und trägt dessen Handschrift.

Das Stück hat seine kleine Fangemeinde, die nun auch bei der Premiere am Aschermittwoch in Düsseldorf frenetischen Beifall spendete. Fürs breite Opernpublikum dürfte die "Louise" etwas zu blass sein. Dreh- und Angelpunkt ist zwar Paris, das im Stück auch immer wieder als "Stadt der Liebe" gepriesen wird.

Zu sehen ist jedoch nur ein kalkweißer Warteraum im Stil der 50er/60er Jahre. Freilich besitzt diese Idee ihre psychologische Bedeutung, denn die junge Näherin Louise befindet sich ja in trister Gefangenschaft ihrer Eltern, die der Tochter keinen Raum lassen, sich persönlich zu entfalten. Louises Liebe zu dem Dichter Julien ist den Eltern ein Gräuel, und sie versuchen alles, um ihre Tochter von ihm fernzuhalten.

Zu den kleinen visuellen Highlights gehört das soeben für eine Kundin fertiggestellte weiße Brautkleid, in dessen langer bauschiger Tüllschleppe Louise und Julien gewissermaßen ein Bad nehmen - ein kurzes Liebesintermezzo auf einer erträumten Insel der Glückseligen.

Auf Dauer aber wirken das Bühnenbild und die sparsame Personenregie etwas langweilig. Auch Charpentiers Musik zeugt nicht gerade von kompositorischer Originalität. Dafür gewinnt die Produktion durch die Sopranistin Sylvia Hamvasi in der Titelrolle.

Darstellerisch bedarf sie keiner großen Gesten und lässt vor allem an einer beredten Mimik die Seelenzustände der Figur ablesen. Herrlich ist das schöne Timbre der Ungarin. Respektabel sind die Leistungen der drei anderen Protagonisten Julien (Sergej Khomov, Tenor), Mutter (Marta Márquez, Mezzo) und Vater (Sami Luttinen, Bass).

Rheinopern-Chor, Düsseldorfer Jungen- und Mädchenchor sowie die Düsseldorfer Symphoniker unter Leitung von GMD Axel Kober entfalten ein geschmeidiges Klangbild, das angenehm einlullt, wenn auch nicht gerade verzaubert.