Demonstration: Global Marijuana March: „Hanf ist keine Einstiegsdroge!“

Demonstration: Global Marijuana March: „Hanf ist keine Einstiegsdroge!“

Aktivisten und politische Verbände demonstrierten für die Entkriminalisierung von Cannabis. Unter dem Motto „Zeiten ändern sich!“ wollen sie mit einem Mythos aufräumen und die politische Repression beenden.

Düsseldorf. “Cannabis legal — international!”, so lautete die Parole, die am frühen Samstagnachmittag quer über den Johannes-Rau-Platz bis zum Landtag schallte. Aufgerufen von der Düsseldorfer Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbands (DHV) trafen sich etwa 250 Aktivisten, um beim “Global Marijuana March“ für die Legalisierung von Cannabis als Medizin und Genussmittel zu demonstrieren. Neben den teilweise bunt kostümierten Demonstranten nahmen auch Vertreter von Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, Piratenpartei und Jusos an dem Umzug in Richtung Grad-Adolf-Platz teil.

Foto: Melanie Zanin

Die entspannte Atmosphäre und die stimmungsvolle Reggae-Musik trübten jedoch nicht über den politisch ernsten Hintergrund der Veranstaltung hinweg. Seit mehr als einem halben Jahrhundert gilt Hanf als gefährliche Einstiegsdroge. In der Bundesrepublik ist das Rauschmittel gesetzlich verboten. Obwohl in den letzten Jahren wissenschaftlich bestätigt wurde, dass Cannabis gerade in der Schmerztherapie und bei chronischen Erkrankungen eine positive Wirkung erzielen kann, stellt sich die Bundesregierung quer. „Die repressive Politik in Deutschland zwingt viele Konsumenten in die Illegalität“, sagt Andreas Vivarelli von der Piratenpartei.

Zahlreiche Demonstranten verkleideten sich zur Demo. Foto: Melanie Zanin

Als themenpolitischer Sprecher für Drogenpolitik setzt er sich für Suchtprävention aber auch für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis ein. Diese habe vor allem den Vorteil, dass der Jugend- und Verbraucherschutz gewährleistet werden könne. Ähnlich sieht das die Linksfraktion im Düsseldorfer Stadtrat. Im letzten Jahr machte sie den Vorstoß für die Einrichtung legaler Cannabis-Verkaufsstellen.

Mit Hilfe eines wissenschaftlich betreuten Modellprojektes soll die Landeshauptstadt zu einem Vorreiter in der bundespolitischen Debatte um die Entkriminalisierung des Genussmittels Hanf werden. Ratsfrau Angelika Kraft-Dlangamandla ließ es sich deshalb nicht nehmen einige Worte an die Teilnehmer der Kundgebung zu richten: „Es ist falsch Konsumenten in eine kriminelle Ecke zu stellen.

Die konservativen Kräfte in unserem Land sehen in Cannabis eine Gefahr, die sie bei anderen Genussmitteln, wie zum Beispiel Bier, ignorieren.“ Der linken Politikerin wäre es lieber, wenn die Leute in ihrer Freizeit Cannabis rauchten, als auf Spielplätzen zu sitzen, Alkoholika zu verzehren und rechte Parolen umherzubrüllen.

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