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Düsseldorf-Eller: Hoppeditzin erwacht im kleinen Kreis

Karneval in Düsseldorf : Die „Elleraner Hoppeditzin“ ist wach

In Eller beginnt der Sessionsauftakt traditionell zwei Tage später. Wegen der hohen Corona-Zahlen zog Hoppeditzin Ute Ast kurzerhand ins Freie.

In Eller ticken die Uhren anders, jedenfalls die für die „fünfte Jahreszeit“. So durfte die „Hoppeditzin“ in diesem Stadtteil zwei Tage länger schlafen als ihr „großer Bruder“ in der Innenstadt. Normalerweise wäre „Hoppeditzin“ Ute Ast für das Erwachen die große Bühne am Gertrudisplatz bereitet worden. Doch das wollte die Interessengemeinschaft Veedels-Zoch Eller (IGVZE), der ausrichtende Karnevalsverein, wegen der grassierenden Corona-Pandemie nicht.

„Wir halten uns konsequent an die 2G-Regelung. Das zu kontrollieren, wäre auf dem Gertrudisplatz nahezu unmöglich gewesen“, erläutert IGVZE-Vorsitzender Frank Müller. „Deshalb hatten wir uns dazu entschlossen, die Hoppeditzin diesmal nur im kleinen Kreis unserer Vereinsmitglieder auferstehen zu lassen.“

An eine komplette Absage der ersten offiziellen Jecken-Veranstaltung der Session 2021/22 in Eller hatte man aber nicht gedacht. „Wir wissen, dass alle unsere Vereinsmitglieder zweifach geimpft sind, einige schon dreifach. Viele haben, bevor sie zum ‚Hoppeditzin erwachen‘ gekommen sind, zu Hause auch noch mal einen Selbsttest gemacht“, verrät Müller.

Und so versammelten sich gut 40 IGVZE-Mitglieder zunächst in der Kneipe „Zu den Linden“. Lange blieb die Gesellschaft allerdings nicht in den Innenräumen. „Angesichts der hohen Inzidenzzahlen haben wir alle aus der Kneipe gejagt und die Rede einfach nach draußen verlegt“, so Müller. Allerdings war die Lautsprecheranlage noch im Innenraum aufgebaut, dementsprechend schwierig war es, den Worten zu lauschen.

An Corona kommt auch die „Elleraner Hoppeditzin“ in ihrer Rede nicht vorbei. Doch sie konzentrierte sich wortgewand-spitzfindig eher auf die Bundestagswahl, die bevorstehende Ampel-Koalition, die Klimakrise, Verkehrswende und die Nachrichtenüberflutung in den sozialen Medien. „Deshalb mein Appell an das neue Dreigestirn, macht es zügig und benutzt das Hirn. Nicht nur selbst Macht und Posten erhaschen, um dann die Rosinen aus dem Wahlprogramm zu naschen“, witzelte Ast. „Doch nun ist es so, wir werden ja sehn, Ampel – bleibste stehn oder kann man vorwärts gehn.“

Die Hoppeditzin hatte trotz des zweijährigen Schlafs keine Probleme, in den Karnevalsrhythmus zu kommen. „Ich bin immer so, das ganze Jahr über. Da fällt es mir nicht schwer, Rhythmus aufzunehmen“, erzählt Ast.

Den Sessionsauftakt hat man in Eller noch so gerade hinbekommen, gezwungenermaßen und aus Überzeugung ohne großes Publikum und Abordnungen andere Karnevalsvereine. Aber um den Veedelszoch am Karnevalssonntag macht man sich Sorgen. „Wir sind sehr unsicher, ob wie ziehen können“, so Müller. „Wir planen erst einmal so, als wäre alles normal. Wenn wir in letzter Minute absagen müssen, haben wir Pech.“ Eine Möglichkeit, den Zug ziehen lassen zu können, fiel der „Hoppeditzin“ spontan ein: „Wenn der karnevalistische Veedelszoch nicht ziehen darf, dann machen wir daraus einen Demonstrationszug der ‚Jeckdenker‘.“